Schweriner Baudenkmal : Jagdschloss Friedrichsthal verkauft

Mit Bauzaun abgeriegelt: das Jagdschloss Friedrichsthal. Jetzt wollen Investoren das Kleinod aus dem Dornröschenschlaf erwecken. Im Frühjahr soll es losgehen.
Mit Bauzaun abgeriegelt: das Jagdschloss Friedrichsthal. Jetzt wollen Investoren das Kleinod aus dem Dornröschenschlaf erwecken. Im Frühjahr soll es losgehen.

Investorengemeinschaft erwirbt Denkmal am Rande der Stadt und will bereits im Frühjahr mit der Sanierung und dem Umbau beginnen

von
07. Dezember 2017, 21:00 Uhr

Im Frühjahr des vergangenen Jahres hatte Jenny Kirchhoff endgültig aufgegeben. Die Berliner Investorin hatte das weitläufige Areal mit dem markanten Schlossgebäude 2011 erworben und vielversprechende Pläne gehabt. Doch die zunächst interessierte Firma sprang ab, als sie hörte, dass es nicht so schnell gehen würde mit der Schlosssanierung. 2014 gestand die Berlinerin dann ein, dass noch nicht fest stehe, wie das Schloss einmal genutzt wird. Jetzt gibt es neue Hoffnung: Eine Gruppe aus drei Investoren hat das Areal gekauft – zwei Unternehmer aus Niedersachsen und ein Denkmalschützer und Architekt.

Investor Helmut Bohnhorst aus Steimbke hat sein Geld im Landhandel erarbeitet. Manchen Norddeutschen dürfte er als Sponsor des HSV bekannt sein. Sein Partner ist der Bauunternehmer Benedikt Schmitz. Ihre Idee: Wohnen im Schloss. Sie wollen das Gebäude aufwändig sanieren und wieder Leben in das Jagdschloss aus der Barockzeit des Großherzogs Friedrich Franz I. bringen. Im Haupthaus soll ein Fahrstuhl zu den sechs Eigentumswohnungen führen. In den Seitenflügeln sind jeweils zwei Reihenhäuser und je eine Doppelhaushälfte vorgesehen. Der markante Haupteingang hinter dem von Eichen gesäumten Rondell mit der architektonischen Bezeichnung „Ehrenhof“ – französisch: Cour d’honneur – wird natürlich erhalten, sagt Ulrich Völkmann. Der Architekt aus Lüneburg unterstützt schon lange in ganz Norddeutschland Gutsherren und Schlossbesitzer bei kleinen und großen Bauvorhaben. Er ist Mitglied der Deutschen Burgenvereinigung, in der er unter anderem mit der Schweriner Schlossexpertin Prof. Sabine Bock zusammenarbeitet.

Ein Schmuckstück soll nach seinen Vorstellungen auch der hinterm Schloss befindliche Park im Stil eines englischen Landschaftsgartens werden. „Das Parkpflegekonzept wird in Zukunft leicht zu beherrschen sein“, sagt der Architekt. Und er wird ausschließlich den zwölf künftigen Schlossherren vorbehalten sein.

Die zu finden ist Makler Thomas Franck optimistisch. „Moderne Grundrisse, Fußbodenheizung, Dreifachverglasung, Fahrstuhl in einem Baudenkmal, das die besonderen Reize der Barockzeit vermischt mit englischer Landschaftsparkgestaltung – so etwas gibt es ansonsten nicht“, sagt der Schweriner.

Die drei Investoren wollen neben dem Jagdschloss Friedrichsthal weitere Projekte im Norden angehen. Bauunternehmer Schmitz wird dabei die Ausführung steuern, Denkmalexperte Völkmann koordiniert die Umsetzung und Landwirt Bohnhorst finanziert. So ist auch der Plan für Friedrichsthal. Im Frühjahr könnte es losgehen, spätestens zwei Jahre später würden die Käufer einziehen.

Das Jagdschloss Friedrichsthal geht zurück auf ein 1790 von Regierungsrat von Brandenstein errichtetes Sommerhaus. Es war Jagdschloss von Großherzog Friedrich Franz I. 1914 waren hier erholungsbedürftige Soldaten untergebracht. 1936 wurde es Kriegerheim. Nach dem Zweiten Weltkrieg war das Jagdschloss Tuberkuloseheilanstalt. Danach wurde es Altenheim, dass bis 1993 bestand. Seit dieser Zeit steht der Gebäudekomplex, der einst der Wohnungsgesellschaft Schwerin gehörte, leer.

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen