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Überschuss der Gartenschaugesellschaft : Jagd auf die Buga-Millionen eröffnet

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Kaum, dass die SVZ meldete, dass die Bundesgartenschau Schwerin 2009 GmbH liquidiert werden kann und ein Überschuss von etwa 3,5 Millionen Euro ausgeschüttet wird, haben manche Euro-Zeichen in den Augen.

svz.de von
erstellt am 18.Sep.2013 | 06:42 Uhr

Schwerin | Das Millionen-Rennen ist eröffnet. Kaum, dass die SVZ meldete, dass die Bundesgartenschau Schwerin 2009 GmbH liquidiert werden kann und ein Überschuss von etwa 3,5 Millionen Euro ausgeschüttet wird, haben Vereinsvorstände, Stadtvertreter und die Verwaltungsspitze leuchtende Euro-Zeichen in den Augen.

So fordert Gerd Rühmling, Vorsitzender der Büüdel-Schipper, "mindestens einige hunderttausend Euro" zurückzulegen, um möglicherweise die Bootsstege seines Vereins und die des SV Mecklenburgisches Staatstheater in Ordnung zu bringen. Die waren zwar eigens zur Buga neu gebaut worden - verrotten aber bereits wieder. Der Fall liegt vor Gericht. (SVZ berichtete). Sollten weder der Architekt noch die Baufirma haftbar gemacht werden können, so habe die "Stadt Schwerin für die Schadensbeseitigungskosten aufzukommen".

Einen ganz anderen Verwendungszweck zumindest für einen Teil der Buga-Millionen hat Michael Jungrichter, Chef der Theaterfreunde Schwerin. Er möchte, dass die Stadt Geld in die Theaterstiftung steckt. Hugo Klöbzig, Vorstandsmitglied des Vereins zur Förderung des Kultur- und Gartensommers, möchte das Geld für den Erhalt der Gartenschauflächen einsetzen. "Für soziale Projekte gibt es andere Fördertöpfe, die angezapft werden können. Das Buga-Geld sollte in eine Stiftung fließen, aus der dann die im Gartenschau-Nachnutzungskonzept aufgeführten Vorhaben finanziert werden können." Der Vorschlag scheint bei den Linken auf offene Ohren zu stoßen, wenngleich die auch nicht über eine Stiftung nachdenken. "Wir könnten uns vorstellen, mit dem Geld eine Toilette für den Spielplatz der Atolle am Jägerweg zu bauen und den Stadtwirtschaftlichen Dienstleistungen Mittel für die Pflege beispielsweise der Schwimmenden Wiese zur Verfügung zu stellen", sagt Gerd Böttger, Fraktionschef der Linken. Außerdem möchte er der bereits mit 500 000 Euro aus den Buga-Überschüssen eingerichtete Bürgerstiftung weiteres Geld zukommen lassen.

Damit liegen die Linken auf ähnlicher Wellenlänge wie die CDU. Auch deren Fraktionsvorsitzender Sebastian Ehlers möchte "die Bürgerstiftung stärken". "Außerdem sollte Geld für die Buga-Nachnutzung bereit gestellt werden." Die Christdemokraten möchten aber auch Investitionen finanzieren. "Es sollte geprüft werden, ob Mittel für das Goethe-Gymnasium und den City-Hort eingesetzt werden können", so Ehlers.

An Investitionen denken auch die Sozialdemokraten. "Investitionen, die Kindern und Jugendlichen zu Gute kommen, sind uns wichtig", sagt Daniel Meslien, Fraktionschef von SPD-Bündnis 90/Die Grünen. Und wenn soziale Projekte unterstützt werden können, so sollte eine namhafte Summe an Einrichtungen fließen, wo die größten Erfolge zu erwarten seien. "Wir müssen klotzen und nicht kleckern", so Meslien.

Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow hat auch schon erste Vorstellungen, was mit den Buga-Millionen geschehen soll. "Zunächst sollte das Geld nicht im allgemeinen Haushalt versickern, sondern in einen Sonderfonds gehen." Sie könnte sich vorstellen, dass eine halbe Million davon in die Bürgerstiftung fließt. Mehr möchte die Oberbürgermeisterin noch nicht sagen. Am Dienstag wird sie das Thema erstmals in kleiner Runde mit den Fraktionsvorsitzenden besprechen. "Ich möchte keinen Streit, sondern größtmögliche Übereinstimmung erreichen."

Ist die erreicht, sind aber noch weitere Hürden zu überwinden, bevor die 3,5 Millionen Euro etwa Mitte nächsten Jahres zur Verfügung stehen. Die sicherlich höchste: Der Innenminister muss seine Zustimmung erteilen. Darüber gesprochen hat Angelika Gramkow mit ihm noch nicht.

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