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Zeitung für die Landeshauptstadt

24. November 2017 | 08:38 Uhr

Junge Riesen : Ivenacker Eichen wachsen in Crivitz

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Aktion Junge Riesen: Drei von 200 veredelten Bäumen stellte die Landesforst der Stadt für den Landschaftsgarten zur Verfügung

svz.de von
erstellt am 22.Mai.2014 | 23:03 Uhr

Auf dem weitläufigen Gelände des Landschaftsgartens in Crivitz wachsen jetzt drei ganz besondere Eichen. Die zweijährigen Bäumchen stammen von den bekannten Ivenacker Eichen bei Stavenhagen ab. Diese Bäume gehören zu den ältesten Europas. Sie sollen um die 1000 Jahre alt sein. Die mächtigste der Ivenacker Eichen hat einen Stammumfang in Brusthöhe von über elf Metern und eine Höhe von 35,5 Metern.

Dass jetzt Abkömmlinge, also Klone, dieser imposanten Riesen im Crivitzer Arboretum wachsen, sei etwas Besonderes, betont Hans-Jürgen Heine, Vorsitzender des Umweltausschusses der Crivitzer Stadtvertretung. Aber so gewollt. Denn ein Bereich des knapp acht Hektar großen Arboretums ist den „Jungen Riesen“ vorbehalten. Das sind ausgewählte Bäume, die über Samen- und Stecklingsvermehrung oder Veredlung nachgezogen und als „Junge Riesen“ gepflanzt werden. Anliegen ist es, solche Naturschätze nicht aussterben zu lassen, betont Heine. Sie seien biologisch und kulturell von großer Bedeutung, nicht zuletzt deshalb wurden sie – wie die Ivenacker Eichen – als Naturdenkmal ausgewiesen. Doch die Eichen in Ivenack haben jetzt ihre letzte Lebensphase erreicht, sie sterben mehr und mehr ab, erklärt Jörn Luboeinsky. Er ist Leiter des Betriebsteils für Forstplanung, Versuchswesen und Informationssysteme in der Landesforst MV. Die Landesforst hatte die Gärtnerische Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin beauftragt, für Nachkommen von diesen Altbäumen zu sorgen – durch Veredelung. So wurden Zweige der fünf ältesten und stärksten Ivenacker Eichen auf Wurzeln von jungen Stieleichen gepfropft. Jörn Luboeinsky: „So kann man genetisches Erbgut 1:1 erhalten.“ Dass dieser Versuch bei tausend Jahre alten Bäumen noch so gut geklappt hat, grenze schon an ein Wunder, meint der Fachmann. Auf diese Weise sind an die 200 junge Eichen herangezogen worden, die das Erbgut der Ivenacker Bäume in sich tragen. Ausgepflanzt wurden sie im Tiergarten von Ivenack, auf einem Gelände der Forstwirtschaftlichen Fachschule Eberswalde, im Forstrevier Friedrichsthal und jetzt im Crivitzer Arboretum. In rund 100 Jahren sollen sie sich zu stattlichen Bäumen entwickelt haben. Um die Pflege dieser Neuanpflanzungen in Crivitz wie des gesamten Arboretums kümmert sich im Auftrag der Stadt eine Gartenbaufirma aus Crivitz.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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