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Müllnotstand in Schwerin : Ist Wertstoffsammeln für die Tonne?

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Verbliebene Sammelstellen in der City verdrecken zunehmend, seitdem der städtische Betrieb Containerplätze für Gelbe Tonnen und Altpapier reduziert.

svz.de von
erstellt am 07.Jan.2014 | 12:00 Uhr

Steuert Schwerin auf ein Müllproblem zu? Im Schatten der Schelfkirche türmen sich die leeren Flaschen auf den vollen Glas-Containern. An der Sammelstelle Grüne Straße, Ecke Werderstraße stapeln sich die Müllsäcke – neben den zwei überquellenden Containern für den Grünen Punkt. Dagegen suchen Anwohner Entsorgungsmöglichkeiten für ihre Gelben Säcke am Theater seit Wochen vergebens. Matthias Theiner, Inhaber der Gaststätte „Zur guten Quelle“, hatte seine Wertstoffe seit Jahren dort entsorgt, zwischenzeitlich standen seine beiden Abfallcontainer für Papier und den Grünen Punkt in der Engen Straße – auf seinem Privatgrundstück des Gasthauses in der Altstadt hatte er zunächst keinen Platz (SVZ berichtete).

Bei den Stadtwirtschaftlichen Dienstleistungen (SDS) ist das Problem bekannt. In ihrem Auftrag kümmert sich die Schweriner Abfallentsorgungs- und Straßenreinigungsgesellschaft (SAS) um die Abfallentsorgung, an die etwa 63 000 Haushalte in der Landeshauptstadt angeschlossen sind. Die SDS wollen das bestehende Doppelsystem aus Großcontainern und haushaltsnaher Abholung optimieren. Bereits im Jahr 2012 hatte der stadteigene Betrieb bekanntgegeben, die Sammelstellen für den Grünen Punkt von 140 auf nur noch 30 reduzieren zu wollen. Der Grund: die zunehmende Vermüllung dieser Plätze. Jeder Schweriner Adresse stünden kostenlos eigene Gelbe Tonnen zur Verfügung, sie müssten nur bei der SAS beantragt werden. Mit dem Kauf von Konsumartikeln bezahle der Bürger bereits die Entsorgung der Verpackungsanteile und sichere damit auch den Vertrag zwischen Schwerin und dem Dualen System Deutschland ab, hieß es.

Während Gastronom Theiner in der Altstadt inzwischen bei Papiermüll und Grünem Punkt auf das so genannte Holsystem umgestiegen ist, nutzt die Fleischerei Lange in der Wittenburger Straße weiterhin das Bringesystem, den Sammelplatz genau gegenüber ihrer Filiale. An der Ecke Voßstraße stehen Behälter für den Grünen Punkt, Papier sowie Weiß-, Grün- und Braunglas bereit. Anders als die Sammelstellen an der Schelfkirche und in der Grünen Straße sehen die Plätze an der Fleischerei Lange und in der Voßstraße, Ecke Sandstraße auch aufgeräumt aus. Unterdessen lag hinter den Glascontainern am Theater gestern wieder eine Matratze herum.

Mehrere Bewohner in der Schweriner Innenstadt hadern noch mit hauseigenen Entsorgungstonnen für Papier und Grünen Punkt – aus Platznot. Unterdessen funktioniert das haushaltsnahe System in den Neubaugebieten in Warnitz, Friedrichsthal und Neumühle seit Jahren. Allerdings steht auf den Grundstücken mit vornehmlich Einfamilienhäusern auch wesentlich mehr Platz zur Verfügung als in der eng bebauten Alt-, Schelf-, Pauls- und Feldstadt.

 

 

 

 

 

 

 

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