Bauen in Schwerin : Investoren setzen auf Beton-Gold

Waisengärten: Der erste Bauabschnitt ist fast fertig – die ersten Häuser sind schon seit Langem bewohnt.
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Waisengärten: Der erste Bauabschnitt ist fast fertig – die ersten Häuser sind schon seit Langem bewohnt.

In mehreren Baugebieten entstehen in der Landeshauptstadt Eigentums- und Mietwohnungen – vor allem junge Familien zieht es in die Stadt

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30. Dezember 2016, 05:00 Uhr

„So viel wie 2016 ist wohl in den vergangenen 20 Jahren nicht in der Stadt gebaut worden.“ Das sagt der Chef der Stadtentwicklung, Andreas Thiele. Miet- und Eigentumswohnungen, Einfamilienhäuser, Gewerbebauten, Schulen und Straßen – an allen Ecken und Enden der Stadt ging und geht es in den Untergrund oder die Höhe. Baukräne und Bagger sind wieder stadtbildprägend. „Wegen der niedrigen Zinsen wird auch in der Landeshauptstadt in Beton investiert“, sagt Baudezernent Bernd Nottebaum. „Besonders erfreulich ist, dass junge Familien Eigentum erworben haben.“ Ob unbebaute Grundstücke oder gebrauchte Immobilien – junge Leute um die 30 haben großes Interesse gezeigt, so die Erfahrung des Dezernenten.

Die größten Wohnbaugebiete waren im zurückliegenden Jahr der Hafen und die Waisengärten. Während es zwischen Amtsstraße und Schweriner See zügig voran geht, gab es am Ziegelsee eine kleine Flaute. In der zweiten Jahreshälfte aber ging es voran, wurde sogar schon in der vierten Reihe gebaut.

Aber auch in Neu Zippendorf und in der Weststadt wachsen Wohnhäuser. In der Stadt werden einige Lücken wie beispielsweise in der Werderstraße geschlossen.

Dabei ist es erst wenige Monate her, dass es eine Diskussion um fehlenden, günstigen Baugrund gab. „Planungen brauchen eben ihre Zeit“, sagt Thiele. „Wir sind nicht erst dieses Jahr aufgewacht.“ Von der ersten Idee bis zum Baubeginn dauere es so um die zwei Jahre. Und manchmal noch viel länger.

Neben privaten Investoren ist auch der zweitgrößte Vermieter in der Stadt, die Schweriner Wohnungsbaugenossenschaft (SWG), fleißig dabei zu investieren. „Aber immer nur in Mietwohnungen“, sagt Vorstandsvorsitzende Margitta Schumann. In der Weststadt, am alten Firmenstandort in der Leonard-Frank-Straße, konnte der Grundstein für Wohnhäuser direkt an der Kante zu den Gärten am Lankower See gelegt werden. Zu diesen Wohnungen wird ein unverbaubarer Blick in die Natur gehören. Und auch wenn der Mietpreis um zehn Euro pro Quadratmeter liegt, ist die Nachfrage groß. Ebenso für das Mietshaus der SWG in den Waisengärten. Und im Anne-Frank-Carrée in Neu Zippendorf wird die Genossenschaft Häuser vom Investor, der VR Immo, kaufen und die Wohnungen vermieten. Eine lange nicht so aktive Investorin ist die Wohnungsgesellschaft Schwerin. Die Finanzlage des Unternehmens ist schwierig. Deshalb wurde in diesem Jahr lediglich die Sanierung des Hochhauses in der Rahlstedter Straße begonnen – die deutlich teurer wird, als geplant.
 

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