Investor plant Windpark bei Sülstorf

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26. März 2013, 10:33 Uhr

Sülstorf | Ein Windpark soll zwischen Hoort und der Nachbargemeinde Sülstorf entstehen. Geplant sind auf einer Fläche von rund 100 Hektar neun Windkrafträder, sagt Sülstorfs Bürgermeister Horst Busse. Auf der Gemarkung von Sülstorf sollen fünf Windkraftanlagen entstehen, auf Flächen bei Hoort vier. Die so genannte Nabenhöhe der Windräder soll 130 Meter betragen. Als möglicher Investor tritt die Windkraft Nord AG Husum auf.

Die Grundstücke bei Sülstorf sind zum Teil in Privathand oder gehören einer Genossenschaft. "Und einige kleine überschaubare Flächen gehört auch unserer Gemeinde", erklärt der Bürgermeister. Es seien ursprünglich Wege gewesen, die im Laufe der Jahre aber nicht mehr benötigt und demzufolge umgepflügt wurden. Von der möglichen Verpachtung an einen Betreiber für Windkraftanlagen verspricht sich die Gemeinde daher wenig Einnahmen. Und wie es um die Gewerbesteuer bestellt sein wird, könne man im Vorfeld noch nicht sagen.

Für das Projekt Windpark geworben haben Vertreter der potenziellen Betreiberfirma aus Husum auf der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung Sülstorf. Interessierte Bürger waren anwesend, allerdings nur einige , so Busse. "Dass so wenige Einwohner da waren, das hat mich schon ein wenig überrascht. Ich habe angenommen, dass sich für dieses Thema mehr Bürger interessieren."

Der weitere Verfahrensweg sehe so aus, dass Vertreter der Husumer Firma die Grundstückseigentümer aufsuchen werden, um die in Frage kommenden Standorte für den Windpark zu sichern - sprich das Flurstück zu pachten.

Bevor sich aber die ersten Windräder auf diesen ausgewiesenen Flächen drehen können, werden die Standorte vom Land nochmals neu beleuchtet. Erst dann erfolge die endgültige Genehmigung, werde dieses Projekt in die Regionalplanung Westmecklenburg eingeordnet, erklärt der Bürgermeister.

In der Gemeinde Sülstorf drehen sich bereits an einer anderer Stelle Windräder. Auf Flächen zwischen Uelitz, Sülte und Lübesse - das ist ein Gemeinschaftsprojekt mit zwei Nachbargemeinden - gibt es 27 Windkraftanlagen, davon allein 11 auf dem Areal der Gemeinde Sülstorf. Betrieben werde dieser Windpark von verschiedenen Firmen. Die Sülstorfer hatten sich hier eine zusätzliche Einnahmequelle bei der Gewerbesteuer erhofft, sagt Bürgermeister Busse. Und allmählich fließe auch eine ansehnliche Summe für die Gemeinde, freut er sich.

Dass nun aber weitere Flächen in der Gemeinde als so genannte Windeignungsräume ausgewiesen wurden, habe Busse überrascht. "Wir wussten im Vorfeld nichts davon." Das Land habe die Flächen ausgewählt, die Standorte wurden als Windeignungsgebiete auch im Internet ausgewiesen. Und potenzielle Windpark-Investoren haben sich daraufhin gemeldet. "Wir sind im Vorfeld in keiner Weise einbezogen worden. Weder der Landkreis noch das Land haben uns informiert", bedauert Bürgermeister Horst Busse. Ende November vorigen Jahres habe sich dann plötzlich die Firma aus Husum in Sülstorf gemeldet.

Zu den neu ausgewiesenen Flächen für einen möglichen Windpark gehört auch ein Gebiet bei Alt Zachun, Bandenitz, Holthusen und Sülstorf. In diesem weiteren Windeignungsraum sollen

19 Windkraftanlagen errichtet werden, erläutert der Bürgermeister, davon eine in der Gemarkung Sülstorf. Angesichts der gestiegenen Flächen für mögliche Windparks sieht nicht nur Horst Busse die Entwicklung etwas skeptisch.

Rolf Christiansen, der Vorsitzende des Regionalen Planungsverbandes für Westmecklenburg und zugleich Landrat des Landkreises Ludwigslust-Parchim, kündigte an, dass die Kriterien für die Ausweisung von Wind eignungsräumen generell überarbeitet werden müssen.

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