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Zeitung für die Landeshauptstadt

20. September 2017 | 18:40 Uhr

Wohnen in Schwerin : Intown-Mieter listen Mängel auf

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Undichte Dächer, kaputte Türen, defekte Klingeln, ungesicherte Haustechnik: Bewohner wollen klagen. Vermieter plant Sanierung

von
erstellt am 13.Sep.2017 | 05:00 Uhr

„Jetzt reichts. Wenn sich nicht bald etwas ändert, werden wir rechtliche Schritte gegen unseren Vermieter einleiten“, sagt Maik Schoefer, Sprecher der Mieterinitiative Intown Schwerin. Denn viele Mieter der Projekt Intown Schwerin GmbH, die vor zwei Jahren rund 1100 Wohnungen im Mueßer Holz und in Krebsförden von der städtischen Wohnungsgesellschaft WGS gekauft hatte, sind sauer darüber, dass seit Wochen, teilweise Monaten, Mängel an ihren Wohnungen nicht behoben werden.

In einem Schreiben an Intown, dass am 30. August in dessen Schweriner Mieterbüro am Dreescher Markt abgegeben wurde, listet die Mietervertretung detailliert und mit Dutzenden Fotos dokumentiert die Mängel für die jeweiligen Objekte auf. Und die Liste ist lang. Sie enthält Brandschutz- und Sicherheitsmängel, bauliche Schäden und deren Resultate wie Schimmelbildung sowie Kritik am Zustand von Treppenhäusern, Kellern und Grünanlagen. „Die Auflistungen geben ein sehr deutliches Bild, welche notwendigen Instandhaltungsmaßnahmen bislang nicht erfolgten“, so Schoefer.

Der Mietervertreter wird konkret: „Verstöße gegen Brandschutzbestimmungen liegen in der Einsteinstraße 10, der Kopernikusstraße 1 und der Keplerstraße 10 vor“, berichtet er. Es fehlen Feuerlöscher in den Halterungen. Brandschutztüren bzw. Vorrichtungen haben defektes Sicherheitsglas. Feuermelder sind in der Keplerstraße 10 teilweise defekt, es fehlen Rauchmelder in mehreren Wohnungen.

Neben den Brandschutzmängeln beklagt die Mietervertretung auch Gesundheitsgefährdungen durch Bauschäden. „In der Einsteinstraße 10, der Keplerstraße 8b und Keplerstraße 10 tritt Feuchtigkeit durch undichte Stellen in Dächern und Fugen ein“, berichtet Schoefer. Dies führe in Wohnungen und Fluren des 5. Obergeschosses zu massivem Schimmelbefall. Außerdem seien Sicherheitsmängel, die Intown schon vor Monaten gemeldet wurden, noch immer nicht ausgeräumt, beklagt Schoefer. „In der Keplerstraße 10, Einsteinstraße 10 und Kopernikusstraße 1 funktionieren die Klingelanlagen seit fast einem Jahr nicht. Das hat zur Folge, dass nicht nur Besucher schwer Zugang finden, sondern auch Rettungsdienste, Polizei oder Pflegedienste nicht klingeln können.“ Mittlerweile seien die Immobilien für jedermann betretbar, da Schlösser defekt sind und Türen ausgehebelt wurden. Dies wiederum führe dazu, dass es in der Keplerstraße 10 und Kopernikusstraße 1 zu wiederholten Brandstiftungen gekommen sei.

Unterdessen hat Intown auf den Druck aus Schwerin reagiert. „Das Unternehmen ist seit August mit uns im Gespräch“, bestätigt Schwerins Bauamtsleiter Dr. Günter Reinkober. Dabei gehe es um die geplante Instandsetzung der Fassaden der Blöcke Keplerstraße 10 und Achter de Wisch 1 bis 12. Zudem werde mit einem von Intown beauftragten Architektenbüro die Genehmigungsplanung für die grundhafte Sanierung der Blöcke Tarnowstraße 1 bis 2 und Völknerstraße 22 beraten.

 

Kommentar "Die Stadt zahlt drauf" von Bert Schüttpelz

Dass Mieter  in Schwerin mit erheblichen  Baumängeln in ihren Wohnungen leben müssen, ist schlimm genug.  Aber dass die Stadt bei Neuverträgen für Intown-Einraumwohnungen eine Verdopplung der Miete akzeptiert und damit eine fast 100-prozentige Erhöhung der Kosten der Unterkunft  trägt, ist völlig unverständlich.
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