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Öffentliches W-Lan in Schwerin : Internet für jedermann auf dem Markt

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Drahtlos und kostenlos ins Internet - das wird es dank eines Pilotprojektes von Januar an auf dem Markt geben. Die Verwaltung war 2010 beauftragt worden, die Möglichkeiten von W-Lan-Hotspots in der Innenstadt zu prüfen.

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erstellt am 12.Dez.2012 | 07:53 Uhr

Schwerin | Drahtlos und kostenlos ins Internet - das wird es dank eines Pilotprojektes von Januar an auf dem Markt geben. Die CDU/FDP-Fraktion hatte die Verwaltung im Jahr 2010 beauftragt, die Möglichkeiten von so genannten W-Lan-Hotspots in der Innenstadt zu prüfen. Um die Stadtkasse zu schonen, war das Konzept von vornherein darauf ausgelegt, Sponsoren zu finden oder mögliche Fördermitteltöpfe anzuzapfen. Mit dem bereits in Rostock aktiven Bürgerverein "Opennet" konnte die Stadt jetzt einen Betreiber gewinnen, der diese Voraussetzungen erfüllt. "Parallel sind wir auf der Suche nach Sponsoren, um möglichst schnell weitere touristisch attraktive Plätze mit W-Lan zu erschließen", sagt Matthias Effenberger, Geschäftsführer der städtischen IT-Firma SIS. Sie unterstützt den Bürgerverein technisch. Mit dem W-Lan-Breitband-Angebot erhofft sich die Stadt eine Verbesserung der Aufenthaltsqualität in der Altstadt - und eine längere Aufenthaltsdauer der Schwerin-Besucher.

Bislang müssen Nutzer dafür bezahlen, wenn sie mit ihrem Mobiltelefon oder Laptop auf dem Markt oder dem Marienplatz schnell mal die neuesten Schlagzeilen lesen oder den Stadtplan nutzen. Das will die Stadt seit Längerem ändern und an zentralen Punkten wie am Grunthal- und Klingbergplatz sowie am Alten Garten, an der Sport- und Kongresshalle oder am Südufer Pfaffenteich kostenlosen Internetzugang installieren. Das Vorhaben in dieser Form durch die städtische SIS zu verwirklichen, hätte Geld gekostet. Deshalb lobt SIS-Chef Effenberger das bürgerschaftliche Engagement von "Opennet". Der Anfang 2005 gegründete Verein "Opennet Initiative" hat sich zur Aufgabe gemacht, freie und offene Kommunikationsinfrastrukturen zu fördern. Dabei setzen die Vereinsmitglieder auf W-Lan-Technik und die Vernetzung von Haus zu Haus. Mit jedem neuen Knoten wächst dabei das Netz ein kleines Stück weiter. Heute sind mehr als 160 Teilnehmer vor allem in Rostock und Mecklenburg-Vorpommern aktiv.

Während "Opennet" in Schwerin den Betrieb übernimmt, stellt die SIS die notwendige Hardware zur Verfügung, die Stadt - oder private Sponsoren - die Räume, in denen der Router für das W-Lan-Netz steht. Den Auftakt dazu gibt es auf dem Markt, wo die Technik im Rathaus untergebracht werden kann. Die Telekom sorgt dort für die Hochgeschwindigkeitsleitung, drei Antennen sind Effenberger zufolge bereits aufgestellt, so dass vom neuen Jahr an der gesamte Platz besten Empfang bieten soll.

In einer dreimonatigen Pilotphase soll vor allem geklärt werden, wie groß die Nachfrage tatsächlich ist. "Der Test kann dank der Einwähl-Zahlen in das freie Netz dann eindeutig belegen, wie stark es genutzt wird", sagt Effenberger. Mit diesen Zahlen könne die Stadt Gastronomie-Betrieben und weiteren Unternehmen Argumente liefern, die Finanzierung zusätzlicher Hotspots zu übernehmen, die dabei für sich selbst werben, oder aber nur Werbung auf der Startseite schalten, wodurch sich der Betrieb des Netzes finanzieren kann.

"Hilfreich dabei sind aktuelle Entwicklungen zur Verbesserung der Rechtssicherheit für W-Lan-Betreiber durch eine Beschränkung des Haftungsrisikos", erklärt Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow. Gemeinsam mit Hamburg hat der Senat von Berlin Anfang September 2012 beschlossen, eine entsprechende Initiative im Bundesrat

einzubringen und die Bundesregierung zum Handeln zu veranlassen. Das erwartete Gesetz soll die Anbieter von kostenlosen Netzwerkverbindungen hinsichtlich ihrer Verantwortung für die möglicherweise unbefugte Nutzung durch Dritte entlasten. Momentan haftet der Betreiber eines Hotspots noch dafür, wenn jemand beispielsweise illegale Musik herunter lädt. Diese Regelung schreckt viele Unternehmen ab, freie Netze zur Verfügung zu stellen.

"Unabhängig von der entsprechenden Entscheidung der Bundesregierung soll aber der Pilotbetrieb in Schwerin schon jetzt starten", versichert die Oberbürgermeisterin.

Matthias Effenberger macht deutlich, dass die Planung bei entsprechender Finanzierungsmöglichkeit zügig für mehrere Plätze der Stadt umgesetzt werden kann. "Überall dort wo die Menschen sind - Schweriner wie Schwerin-Besucher - wollen wir in Zukunft öffentliches W-Lan anbieten", sagt der SIS-Chef. Über die Internet-Auftritte der Stadt und der Stadtmarketing-Gesellschaft sollen diese Hotspots beworben werden. Entsprechende Aufkleber könnten vor Ort auf die Möglichkeit des kostenfreien Surfens im Internet hinweisen - so wie es aus Großstädten bereits weltweit bekannt ist.

Kostenfreien W-Lan-Zugriff aufs Internet gibt es derzeit in Schwerin nur bei den Helios-Kliniken und bei McDonalds.

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