Schwerin : Internationales Flair in Schwerin

In der Alexandrinenstraße eröffnete 1921 der heutige Niederländische Hof. Das Haus wird von einer Österreicherin geführt.
In der Alexandrinenstraße eröffnete 1921 der heutige Niederländische Hof. Das Haus wird von einer Österreicherin geführt.

Hotel-Namen sollten die große, weite Welt in die Residenzstadt bringen

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23. Juni 2018, 08:00 Uhr

Schwerin Die Landeshauptstadt setzt auf den Fremdenverkehr. Dienstreisende und Touristen nutzen größere und kleinere Hotels und Pensionen, um einen oder mehrere Tage in Schwerin zu übernachten. Doch die Landschaft des Beherbergungsgewerbes ist in ständiger Veränderung. Wir stellten in dieser Woche Hotels vor, die einst eine große Bedeutung in der Stadt hatten, die es aber schon lange nicht mehr gibt. Heute: Schwerin gab sich schon immer international.

Einst war es modern, einem Hotel einen französischen Namen zu geben. Das Hotel du Nord sollte internationales Flair in die Stadt bringen. Doch das klappte nicht so recht (SVZ berichtete)

Anders das Hotel de Russie gegenüber dem Bahnhof. Diesen Namen bekam das Eisenbahnhotel 1870 vom neuen Eigentümer Ludwig Ritter. Schnell entwickelte es sich zu einem der besten Hotels in Schwerin. Im Winter gab es als besonderen Service eine Wärmflasche ins Bett. Mit dem Ersten Weltkrieg war der französische Name nicht mehr zeitgemäß. Das Haus hieß jetzt Reichshof. In den 1950er-Jahren pachtete die HO das Hotel von Daisy Ritter und benannte es zuerst Bydgoszcz, später in Polonia um. Nach 1990 war es wieder der Reichshof.

Den aus dem 16. Jahrhundert stammenden Domhof übernahm in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts der Franzose Pierre Joseph Minet. Der Minet’sche Gasthof wurde 1835 in Hotel de Paris, später in Pariser Hof umbenannt. Das Haus war sehr komfortabel und eines der besten in der Residenzstadt. Auch hier erfolgte die Umbenennung mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs in Hotel Domhof. Seit 1916 ist es Sitz von Behörden. Heute arbeitet die Landesdenkmalpflege im Domhof.

Eines der ersten Häuser am Platz ist heute der Niederländische Hof am Pfaffenteich. Ursprünglich hatte er seinen Standort in der Straße Zum Bahnhof. Dort hieß das jetzt in Sanierung befindliche bunte Haus zunächst Hotel Niendorff. Der spätere Eigentümer Hermann Krasemann gab ihm 1901 den Namen Niederländischer Hof. Anlass war die Hochzeit der holländischen Königin Wilhermina mit dem Mecklenburger Herzog Heinrich. Das sind die Urgroßeltern des heutigen Königs Willem-Alexander.

Den „alten“ Niederländer verkaufte Krasemann, weil seine Frau gesundheitlich angeschlagen war, an den Staat. Das Finanzamt zog ein. In der DDR hatten Teile der Stadtverwaltung hier ihren Sitz. Heute wird das lange leer stehende saniert.

Doch der umtriebige Hotelier kaufte 1920 zwei Häuser in der Alexandrinenstraße und eröffnete 1921 den heutigen Niederländischen Hof.

Nicht nur dessen Namen bringt Internationalität nach Schwerin. Das Haus wird von einer Österreicherin geführt. Auch das Hotel Amadeus an der Paulskirche gehört einem Hotelier aus dem Nachbarland, ebenso das Amedia Plaza am Alten Schlachthof.

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