Schweriner Kita gGmbH investiert : Inspiriert von Heinrich Heine

Die Heine-Kids wurden bislang im Schulgebäude betreut, nutzten auch die Turnhalle. Bald bekommen sie ein neues Haus.
Die Heine-Kids wurden bislang im Schulgebäude betreut, nutzten auch die Turnhalle. Bald bekommen sie ein neues Haus.

Kita gGmbH auf Expansionskurs: Bei der Innengestaltung des Hortes in der Werderstraße orientierten sich Architekten am Namensgeber

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26. Januar 2018, 08:00 Uhr

Rund 2500 Kinder besuchen in Schwerin die Kindergärten und Horte der Kita gGmbH. Ihre 23 verschiedenen Standorte sind übers ganze Stadtgebiet verteilt. Mehr als 300 Erzieherinnen und Erzieher arbeiten heute für die gemeinnützige Gesellschaft. Und das Unternehmen ist auf Expansionskurs: „Allein von 2015 bis Sommer 2018 wird sich die Anzahl der neu geschaffenen Plätze in den Bereichen Krippe, Kita und Hort auf 700 erhöhen“, sagt Kita gGmbH-Chefin Anke Preuß. SVZ stellt die Neubau-Projekte vor. Heute: der Heinehort.

Heinrich Heine (1797 bis 1856) war einer der bedeutendsten deutschen Literaten des 19. Jahrhunderts. Er verfasste gefühlvolle Lyrik, aber auch politische Schriften, kämpfte für Freiheit, Gerechtigkeit und Demokratie. Für eine Schweriner Grundschule ist er Namenspatron, und der dazugehörige neu gebaute Hort nimmt sich des Dichters nun in besonderer Form an: Das Architekturbüro, das für die Innengestaltung zuständig ist, hat sich mit der Weltsicht des Dichters auseinandergesetzt, sagt Kita gGmbH-Chefin Anke Preuß und zeigt das unter anderem im Farb-Konzept für die Etagen: Himmel, Vulkan, Wasser und Löwenzahn heißen die Themen.

Der Neubau steht bereits in der Werderstraße, Ecke Amtstraße. Im Sommer ist das Haus bezugsfertig, wenig später als ursprünglich geplant. Schuld seien die Witterung und der schwierige Baugrund, heißt es aus dem Zentralen Gebäudemanagement, das den Hort baut. Das viergeschossige Haus wurde auf Pfählen gegründet, die 12 bis 15 Meter tief im Boden stecken. 4,3 Millionen Euro sind als Kosten veranschlagt, 2,7 Millionen Euro trägt das Land. 1300 Quadratmeter lichtdurchflutete Nutzfläche soll es geben, Platz genug für 220 Jungen und Mädchen.

In allen neuen Schweriner Horten – also auch am Ziegelsee und in der Friedensstraße – werden die Kinder an einer zentralen Rezeption in Empfang genommen, können ihre Sachen sicher verstauen und sich im Haus frei bewegen. Fest zugeordnete Gruppen gibt es nicht, dafür Hausaufgabenräume, ein Kinderrestaurant, einen Mädchen- und einen Jungenraum, einen Bau-, Entspannungs-, Dschungel- und Mehrzweckraum und ein Tonstudio. In die Planungen sind die Vorschläge der Schüler eingeflossen. „Kinder, die aus ihren Kitas das offene Konzept kennen, haben es einfacher, sich zurechtzufinden“, sagt Preuß. Zehn Erzieher werden sich im Hort um die Schüler kümmern.

Über ein Lautsprecher-System freut sich Anke Preuß besonders. „Damit können wir beispielsweise Durchsagen machen, wenn Kinder abgeholt werden“, sagt sie. Ständig auf vier Ebenen nach den betreffenden Mädchen oder Jungen zu suchen, wäre einfach zu schwierig. Natürlich gibt es im neuen Heinehort auch einen Fahrstuhl, um Barrierefreiheit zu gewährleisten. „Aber den schließen wir ab und benutzen ihn nur im Bedarfsfall“, sagt Anke Preuß.

Wenn der Hort im Sommer übergeben wird, beginnt in der Heineschule die große Sanierung. Die Klassen sollen für ein Jahr umziehen in die Grundschule am Ziegelsee. Wer genau dann den Hort in der Werderstraße nutzt, ist noch nicht ganz klar. Theoretisch möglich wäre, dort einige Klassen zu unterrichten und nachmittags zu betreuen. Genaue Absprachen sind aber noch nicht getroffen.

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