Schweriner Wassersportler und Naturfreunde : Insel-Lösung allein reicht nicht

Wie soll die Zukunft der Schweriner Seen aussehen? In kleinen Gruppen wurde im Schleswig-Holstein-Haus über diese Frage diskutiert.
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Wie soll die Zukunft der Schweriner Seen aussehen? In kleinen Gruppen wurde im Schleswig-Holstein-Haus über diese Frage diskutiert.

Beim BUND-Forum im Schleswig-Holstein-Haus sprachen die „Freunde der Schweriner Seen“ nicht nur über Kaninchen- und Ziegelwerder

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12. Mai 2017, 08:00 Uhr

Nichts mit Podium, Experten-Debatte und Schlagabtausch. Wer am Mittwochabend eine scharfe Auseinandersetzung zwischen Befürwortern und Gegnern von zugänglichen Liegebuchten rund um Kaninchenwerder und Ziegelwerder oder gar eine Lösung
im Streit zwischen Wassersportlern und Naturschützern erwartet hatte, der war gewiss ein wenig verwundert. Beim Forum „Freunde der Schweriner Seen“ im Schleswig-Holstein-Haus lag die Latte bewusst tiefer. Es ging nicht um Lösungen, sondern um Lösungsansätze.

„Wir wollen die verhärteten Fronten aufweichen“, sagte Corinna Cwielag, Geschäftsführerin des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in MV, der innerhalb seiner Reihe „Schweriner Seen – Naturschätze entdecken“ zu dem Forum eingeladen hatte.

Auf einer Karte konnten die mehr als 30 Teilnehmer der Veranstaltung ihre Lieblingsplätze an den Schweriner Seen mit Nadeln markieren. Favoriten: die Inseln Kaninchenwerder und Ziegelwerder. In kleinen Arbeitsgruppen ging es dann weiter. Welche Fragen und Herausforderungen gibt es bei der künftigen Nutzung der Schweriner Seen? Wie könnten „Herangehensweisen an Lösungen“ für Interessenkonflikte aussehen? Moderatorin Kathleen Veit vom Verein Soziale Bildung aus Rostock gab den Gästen im Schleswig-Holstein-Haus gleich mehrere Denkaufgaben auf.

Am 1. Mai waren die unterschiedlichen Interessen von Wassersportlern und Naturschützern aufeinander geprallt. Rund 300 Wassersportler demonstrierten vor dem Schloss für einen Zugang zu den Inseln Kaninchenwerder und Ziegelwerder. „Wir möchten, dass drei oder vier Liegebuchten wieder zur Nutzung frei gegeben werden“, hatte der Sprecher der Interessengemeinschaft Schweriner Seen und Umland (ISSU), Eike Klemkow, gesagt. Aus Naturschutzgründen dürfen die Buchten derzeit nicht von Freizeitkapitänen angelaufen werden (SVZ berichtete).

Die Sperrzonen um die Inseln seien keine Idee des BUND, würden vom Umweltschutzverband aber im Interesse des Vogelschutzes gut geheißen, sagte Geschäftsführerin Cwielag. Mit dem Forum im Schleswig-Holstein-Haus habe der BUND ein Gesprächsangebot gemacht, das von der ISSU-Spitze aber nicht angenommen worden sei. Trotzdem zog Cwielag eine positive Bilanz: „Das Forum brummte vor Diskussionsfreude.“ Deutlich geworden sei, dass die Schweriner die Ruhe und Erholung in Seenähe schätzten – genauso wie die unverbauten Seeufer, die Vielfalt von Tieren und Pflanzen und die Möglichkeiten zum aktiven Wassersport. Eine Fülle von Vorschlägen habe es zur Bootsnutzung auf den Seen gegeben, so die Geschäftsführerin. Dabei sei angemahnt worden, mehr Rücksicht auf kleinere Boote zu nehmen.

Auch erste ganz praktische Aktivitäten für mehr Naturschutzschutz wurden am Mittwochabend angeboten. So lud etwa Naturschutzwart Mario Hanel zur Müllsammelaktion nach Kaninchenwerder ein. Das BUND-Forum sei ein Signal für gemeinsames Handeln, sagte Roland Jeschke vom Angelverein Schlossgarten. „Wir brauchen einen ganzheitlichen Ansatz, wenn es um die Zukunft der Seen geht.“

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