Auszeichnung : Innovativ – für sauberes Wasser

In der neuen Produktionshalle: Olaf Mau punktet die Membrane vor dem Einschweißen an.  Gabi Kubnek bedient den Schweißapparat.  Fotos: Werner Mett (2) / compamedia
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In der neuen Produktionshalle: Olaf Mau punktet die Membrane vor dem Einschweißen an. Gabi Kubnek bedient den Schweißapparat. Fotos: Werner Mett (2) / compamedia

Neu-Brüsewitzer Firma Martin Membrane Systems wurde für ihre Abwasser-Technologie ausgezeichnet

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28. Juli 2015, 23:00 Uhr

Jubel im gerade erst vor einem Monat bezogenen Hauptsitz und Produktionsgebäude im Brüsewitzer Gewerbegebiet: Die Firma Martin Membrane Systems zählt in Sachen Innovation zu den Top 100 in Deutschland. Fernseh-Moderator und Top-100-Mentor Ranga Yogeshwar überreichte das begehrte Siegel für innovative Leistungen in mittelständischen Unternehmen. Ausgezeichnet wurde Martin Membrane Systems (MMS), weil in der Firma „Nachhaltigkeit und Innovation Hand in Hand gehen“.

Das Unternehmen hat sich auf Wasserreinigung spezialisiert und ist damit weltweit erfolgreich. Gerade für Industrie- und Schwellenstaaten in wasserarmen Zonen baut MMS Klärsysteme. Ziel dabei: Das gereinigte Abwasser nochmals verwerten. „Natürlich nicht als Trinkwasser“, betont Daniel Crawford vom Vorstand. Aber zum Beregnen von Grünanlagen oder als Spülwasser in der Toilette kann dieses Brauchwasser wieder verwertet werden. Innovativ dabei ist vor allem die letzte Reinigungsstufe. Eingetauchte Membranfilter schaffen es, feinste Partikel festzuhalten, ohne sie physikalisch oder chemisch zu verändern. Das Wasser wiederum wird abgepumpt. Das Ganze funktioniert natürlich nicht mit einer einzelnen Membran: Die stehen Platte für Platte in einem Modul. Die kompakten Module wieder können zu größeren Filtrationskammern zusammengefügt werden. „Dadurch können wir Abwasserlösungen für Wohnhäuser und auch für komplette Industrieanlagen anbieten“, betont Crawford. Herzstück dabei sind Membrane in 3-D-Struktur. „Zusammen mit einer Forschergruppe von der Hochschule Wismar ist es uns gelungen, großflächige Membrane herzustellen und damit das Produktionsverfahren zu optimieren“, so Crawford. Das passierte zum großen Teil im Gewerbe- und Technikzentrum Warin. Doch für die Produktion war da nicht genügend Platz. Eine neue Produktionsstätte musste her. Die sollte auch in der Nähe von Wismar liegen, um die Zusammenarbeit mit der Hochschule fortzuführen. Das zuvor leer stehende Firmenareal im Brüsewitzer Gewerbegebiet bot sich da an, zumal dort die Produktion bei Bedarf auch schnell hochgefahren werden kann. Brüsewitz ist zudem nun auch Firmensitz von MMS. Doch auch die Standorte in Warin mit Service und Wartung, in Berlin mit dem Vertrieb und im thüringischen Sonneberg mit Forschung und Teilproduktion bleiben erhalten. Derzeit hat die Firma mehr als 40 Mitarbeiter.

Die Membransysteme sind dabei das neuestes Verfahren. Daniel Crawford hofft auf eine weltweite Nachfrage, gerade aus heißen und trockenen Regionen. „Und die gibt es nicht nun in Afrika und Asien, sondern auch in den USA und Südeuropa.“

Zudem sind die Forscher und Entwickler von ihrem neuen Produkt auch überzeugt, weshalb sich sich bei Compamedia der Überprüfung im Top-100-Wettbewerb stellten.

Übrigens nicht zum ersten Mal. Schon mit dem Wasserrucksack „Paul“ machte die Firma auf sich aufmerksam. Dieser mobile Filter kann bis zu 1200 Liter Wasser pro Tag reinigen. Ein solcher kompakter Filter kann trinkbares Wasser für 200 Menschen liefern. „Trinkbares Wasser, kein Trinkwasser“, betont Crawford. „Aber gerade nach Naturkatastrophen kann Regen und anderes Wasser so aufbereitet werden, dass es genießbar ist.“ Zudem baut die Firma Kläranlagen für Schiffe. Die werden auch auf Flusskreuzfahrtschiffen genutzt, die in Mecklenburg vom Stapel laufen.

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