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Zeitung für die Landeshauptstadt

23. August 2017 | 06:08 Uhr

Notstand : Innenstadt-Horte quellen über

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

An der Friedens- und der Fritz-Reuter-Schule gibt es 40 Anmeldungen mehr, als Kinder aufgenommen werden können

Die Hortsituation in der Innenstadt wird immer dramatischer. Der Grund: In der Friedens- und der Fritz-Reuter-Schule sind zum kommenden Schuljahr 2014/15 40 Kinder mehr angemeldet worden, als die beiden Einrichtungen überhaupt aufnehmen können. Das heißt beispielsweise für die Friedensschule, dass sie mindestens vierzügig geführt werden muss. „Deshalb werden wir Horträume wieder zu Klassenräumen machen müssen“, sagt Holger Buck vom städtischen Schulverwaltungsamt. Ähnlich sieht es in der Reuterschule aus. Auch hier werden die Horträume nicht reichen.

Das Problem in Schwerin ist, dass es keine definierten Schuleinzugsbereiche gibt. Die Eltern entscheiden, wohin sie ihre Kinder schicken. Und obwohl es rein rechnerisch genug Hortplätze in der Stadt gibt, tritt deshalb vor allem in der Innenstadt eine deutliche Überbelegung auf. Mit einem Elternbrief will die Stadtverwaltung nun dafür werben, dass die Eltern ihre Kinder in die Lindgrenschule in Neu Zippendorf schicken. „Dort könnten wir Schul- und Hortplatz garantieren“, sagt Holger Buck. Doch ob das Angebot auch angenommen wird, ist fraglich.

Eine Lösung wäre die Nutzung der ehemaligen Berufsschule in der Friedensstraße 4 als Hort für die beiden Schulen. „Bis das Haus hergerichtet ist, wird es aber noch zwei, drei Jahre dauern“, sagt Buck. „Das hängt auch von den Fördermitteln ab.“

Als Zwischenlösung steht aktuell die ehemalige Möbelgalerie Schubert in der Fritz-Reuter-Straße für die Reuterschule zur Diskussion. Die beiden Grundstücke grenzen aneinander. Und der neue Eigentümer der Immobilie hat der Stadt angeboten, die einstige Tischlerei bis zum Sommer zum Hort umzubauen. Eine Entscheidung der Stadt steht noch aus.

„Wir sind inzwischen an einem Punkt angekommen, an dem das Hort-System kollabiert“, sagt Anke Preuß, die Geschäftsführerin der Kita gGmbH. Sie schreibt inzwischen ganz regelmäßig an Schuldezernent Dieter Niesen. Ihre Forderung: Es muss eine Entscheidung her, wie das nächste Schuljahr laufen soll. Denn schon jetzt verfügt die Kita gGmbH über zu wenig Horträume. „Die gesetzlich geforderten Nebenräume sind ohnehin nicht vorhanden“, so Preuß. Der Betriebsrat hat bereits ein Gespräch mit ihr geführt, weil die Kolleginnen höchst unzufrieden sind. „Mir springen die Mitarbeiter ab“, so Anke Preuß. „Dabei habe ich eine Fürsorgepflicht.“

Gerd Güll, Aufsichtsratsmitglied der Kita gGmbH, beschreibt die Hortsituation drastisch: „Das Ganze grenzt inzwischen an Kindeswohlgefährdung.“

 

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erstellt am 16.Apr.2014 | 12:00 Uhr

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