Lösung für grundschüler in sicht : Innenstadt-Hort für 308 Kinder

Vergnügt in den Nachmittag:  Die Horte der Friedens- und Reuterschule leisten gute Arbeit in beengten Räumen. Die geplante Sanierung der Friedensstraße 4 soll genügend Platz für alle bieten.
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Vergnügt in den Nachmittag: Die Horte der Friedens- und Reuterschule leisten gute Arbeit in beengten Räumen. Die geplante Sanierung der Friedensstraße 4 soll genügend Platz für alle bieten.

Stadt schlägt Umbau der alten Berufsschule in der Friedensstraße vor: Das soll fünf Millionen Euro kosten und in zwei Jahren fertig sein

svz.de von
07. März 2014, 08:00 Uhr

Die Lösung für das lange schwelende Hortproblem in der Innenstadt scheint in Sicht: Die ehemalige Berufsschule in der Friedensstraße 4 soll umgebaut werden und anschließend 308 Grundschulkindern großzügige Entfaltungsmöglichkeiten bei der Nachmittagsbetreuung bieten. Stadtverwaltung, Zentrales Gebäudemanagement und Kita gGmbH einigten sich jetzt auf diese Variante. Eine Machbarkeitsstudie wurde im Januar in Auftrag gegeben. Das Ergebnis und eine entsprechende Beschlussvorlage erhalten die Stadtfraktionen heute. Schon am Dienstag soll das Thema im Hauptausschuss behandelt werden.

„Ich hoffe, dass die aktuelle Stadtvertretung im April, also noch vor den Kommunalwahlen, über den Vorschlag entscheidet“, sagt Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow. Denn vom offiziellen Startsignal bis zum Einzug werden noch zwei Jahre ins Land gehen, rechnet Ulrich Bartsch vom Zentralen Gebäudemanagement vor. Die ersten Kostenschätzungen belaufen sich auf knapp fünf Millionen Euro. Da das 1870 als Kaserne errichtete und 1905 zur großherzoglichen Gewerbeschule umgebaute Gebäude aber im neuen Sanierungsgebiet Paulsstadt liegt, rechnet die Stadt mit Städtebaufördermitteln von insgesamt rund 70 Prozent. Damit könnte der Eigenanteil der Stadt unter zwei Millionen Euro liegen.

Die Sanierung der Friedensstraße 4 könnte den lang ersehnten Schlusspunkt setzen unter eine zum Teil sehr emotional geführte Debatte zur Hortbetreuung in der City. Fakt ist: Seitdem es keine klar definierten Grundschul-Einzugsbereiche mehr gibt, melden immer mehr Eltern ihre Kinder in den Innenstadt-Schulen an – und möchten dort auch einen Hortplatz. Der City-Hort an der Friedensschule nutzt sechs Klassenzimmer exklusiv als Hort, trotzdem müssen seit Langem 44 Kinder nach dem Unterricht in die Weinertschule ausweichen. Auch die „Paulsstädter Fritzen“ an der Fritz-Reuter-Schule platzen aus allen Nähten. Und der Trend zeigt weiter nach oben: Fürs kommende Schuljahr sind an der Friedensschule 109 und an der Reuterschule 85 Erstklässler angemeldet. „Wir werden mit der Friedensschule diesmal wohl vierzügig einschulen“, sagt Schuldezernent Dieter Niesen. Mittelfristig solle die Schule als komplett vierzügig in den Schulentwicklungsplan aufgenommen werden. Und dafür braucht sie mindestens die jetzt als Hort genutzten Klassenräume.

Die Friedensstraße 4 liegt laut Verwaltungsvorlage genau 163 Meter entfernt von der Friedensschule und auch die Reuterschule ist mit 415 Metern Entfernung im Bereich des Erreichbaren. Das dreigeschossige Gebäude bietet mit 3530 Quadratmetern Platz für 14 Gruppenräume, Speiseraum, Kinderküche, Mehrzweckraum, Büro, Personalzimmer, Sanitär- und Lagerräume. Leider ist der Hof mit 1600 Quadratmetern zu klein für 308 Kinder. Doch auch dafür wurde eine Lösung gefunden: Die Genehmigungsbehörde hat grünes Licht dafür gegeben, das fehlende Außengelände durch Flächen im Gebäude zu kompensieren. Die breiten Flure laden förmlich als Indoor-Spielplatz ein.

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