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Busse fahren künftig zu den Göhrener Tannen : Industriepark Schwerin wächst weiter

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Im kommenden Monat beginnen die Tiefbauarbeiten für das Nestlé-Werk im Industriepark Schwerin. Es wird Auftakt sein für weitere umfangreiche Bauarbeiten im 350 Hektar großen Gelände in den Göhrener Tannen.

svz.de von
erstellt am 08.Aug.2012 | 05:39 Uhr

Göhrener/Tannen | Im kommenden Monat beginnen die Tiefbauarbeiten für das Nestlé-Werk im Industriepark Schwerin. Es wird Auftakt sein für weitere umfangreiche Bauarbeiten im 350 Hektar großen Gelände in den Göhrener Tannen. Nach Auskunft von Bernd Nottebaum, Leiter des städtischen Amtes für Wirtschaft und Liegenschaften, plant die Stadt bereits den zweiten Abschnitt der Erschließung. Bereits 2014 sollen unterirdische Medien verlegt und weitere Zufahrtsstraßen gebaut sein. Weitere Investoren können kommen.

Die Firma PTS Precision GmbH, ein Tochterunternehmen der baden-württembergischen CVT Capellmann Verzahntechnik, produziert im Industriepark Schwerin mit rund 20 Mitarbeitern Drehteile für die Automobil-Zulieferer und die Elektrowerkzeug-Industrie. Mit etwa 250 Mitarbeitern hat sich Airbuszulieferer Flamm Aerotec u. a. auf die Oberflächentechnologie für die Luftfahrtindustrie spezialisiert. Und nun kommt Nestlé.

Sie haben sich auf den ersten 100 Hektar des insgesamt 350 Hektar großen Gewerbegebiets im Süden Schwerins angesiedelt, das seit dem vergangenen Jahr voll erschlossen ist. Die fast zwei Millionen Euro teure Erschließung war vom Wirtschaftsministerium zu 90 Prozent gefördert worden. Die innere Erschließung des zweiten und dritten Bauabschnitts im Industrie- und Gewerbepark Göhrener Tannen hatte im November 2010 begonnen. Sie umfasste knapp 1,5 Kilometer Straße und die dazu gehörigen Rad- und Gehwege, einen 1,4 Kilometer langen Regenkanal mit Sickerbecken, einen Schmutzwasserkanal und eine Druckrohrleitung mit Pumpwerk. Nun plant die Stadt, mit der Erschließung des zweiten Drittels des Gewerbegebietes, die Voraussetzungen für weitere Neuansiedlungen zu schaffen. Mit dem Wirtschaftsministerium sei das Vorhaben bereits besprochen, sagt Amtsleiter Nottebaum. Jetzt gehe es darum, die notwendigen Fördermittel zu bekommen. "Danach beginnen wir mit der Detailplanung", sagt der Wirtschaftsförderer.

Der Wunsch nach schneller Realisierung hat mehrere Gründe. Einen benennt Nottebaum: Das Nestlé-Werk soll vom öffentlichen Nahverkehr angefahren werden - zum einen für die künftig bis zu 450 Mitarbeiter, zum anderen ist die Dolce-Gusto-Fabrik als gläserne Produktionshalle geplant, bei der interessierte Besucher gern gesehen sind. Doch damit die Busse dort fahren und wenden können, sind zusätzliche Straßen notwendig.

Außerdem ist das Interesse am Schweriner Industriepark groß. Nottebaum will zwar "aufgrund der sensiblen Verhandlungen" keine Details nennen, sagt aber: "Wir haben in den vergangenen zwei Jahren das Wirtschaftswachstum durch vermehrte Nachfragen deutlich gespürt." In den eineinhalb Jahren davor hatte es so gut wie keine Interessenten gegeben. Und die Ansiedlung von Nestlé sei ja überregional in allen Medien dargestellt worden… Wirtschaftsdezernent Dr. Wolfram Frieders dorff ist sich jedenfalls sicher, dass das nochmals einen Schub für den Indus triepark geben wird.

Nach SVZ-Informationen sollen zudem zwei Schweriner Unternehmen Interesse haben, sich in den Göhrener Tannen anzusiedeln bzw. dorthin umzuziehen. Darüber hinaus gibt es nach Recherchen unserer Zeitung auch einen Investor, der in Schwerin mehrere Dutzend Arbeitsplätze schaffen möchte.

Und dann hat ja Nestlé auch noch eine Option auf weitere 70 Hektar Fläche in den Göhrener Tannen. Zwar ist das noch Zukunftsmusik, doch beim Weltkonzern ist bereits durchgesickert, dass es gleich mehrere Nutzungsvarianten gibt. Zum einen könnte ein zweites Werk von gleicher Größe dort entstehen, was die Produktion verdoppeln und die Zahl der Arbeitsplätze bei Nestlé auf bis zu 750 erhöhen würde. Auch war bereits die Rede davon, das Zentrallager der Nestlé Deutschland AG von Berlin in die Göhrener Tannen zu verlagern. Interessant sind aber auch zwei weitere Varianten der künftigen Nutzung: Im Schweriner Werksneubau wird der Grünkaffee angeliefert, gesäubert, geröstet, gemahlen, portioniert und anschließend in Kaffeekapseln vakuumverpackt. Das Milchpulver und die Kapseln selbst werden fertig in die Landeshauptstadt geliefert. Nach SVZ-Informationen gibt es bei Nestlé Überlegungen, beides oder zumindest eines davon in Schwerin zu produzieren. Fakt ist bislang aber lediglich, dass Nestlé im ersten Werk einen Sieben-Tage-Betrieb rund um die Uhr anstrebt und dafür bis zu 450 Mitarbeiter vorwiegend aus der Region einstellen und 220 Millionen Euro im Industriepark investieren will. Ende 2013 soll die Produktion starten.

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