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Zeitung für die Landeshauptstadt

19. November 2017 | 19:04 Uhr

Indien erleben : Indien in Schwerin erfühlen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Für Sehbehinderte ein Erlebnis: Im Staatlichen Museum können sie Gerüche, Geräusche und Geschmäcke wahrnehmen

von
erstellt am 28.Mai.2015 | 12:00 Uhr

Die Treppe runter ins Untergeschoss des Staatlichen Museums. Dann rechts durch die große, graue Flügeltür. Der Raum wirkt durch die vier großen, sehr bunten Malereien von Alf Löhr warm. Die Gemälde stellen die vier Jahreszeiten dar. Sie sind 3,50 Meter mal 2,50 Meter groß. Acht verzierte Säulen, vier rechts und vier links, schmücken den ersten Raum der Ausstellung. Hier sitzen 14 sehbehinderte Kunstliebhaber auf schwarzen Klappstühlen. Die sechs Frauen und acht Männer wollen die Schau „Reise nach Indien“ besuchen. Und Daniela Melzig macht die Ausstellung zu einem wirklichen Erlebnis. Ja zu einer Reise, bei der der Besucher nicht nur Bilder anguckt, sondern auch Gerüche, Geräusche und Geschmäcke wahrnimmt, die Farbgewalt Indiens auf sich wirken lässt.

„Indien ist intensiv. Auf einen Europäer stürzen in diesem bezaubernden Land so viele verschiedene Eindrücke ein“, sagt Melzig, die selbst bereits mehrere Male Indien besuchte. Sie ist ein absoluter Fan des Landes. Liebt die Kultur. Die Farben. Die Vielfalt. Und das spüren die Museumsbesucher.

Im ersten Raum der Schau packt Melzig einen Koffer aus. „Hier geht es darum, erstmal in der fremden Kultur anzukommen“, beschreibt sie. Aus dem Koffer holt die Museumsführerin rosafarbene Seide, Zimtrinde, einen Trinkbecher aus Metall, einen kleinen Holzwagen, der von zwei Kühen gezogen wird, eine Puppe, eine indische Zeitung. Sie gibt die Sachen an die Museumsgäste weiter. Sie sollen sie ertasten, fühlen, riechen, spüren. Und das tun sie mit Begeisterung. Alle 14 Besucher lassen sich Zeit, genießen den Ausflug ins ferne Land.

Zum zweiten Raum, der sehr kalt wirkt, geht es fünf Stufen hoch. Daniela Melzig beschreibt genau, was sie sieht: Eine große Installation aus Teakholz von dem indischen Künstler Sudarshan Shetty. Die große Glocke ist reich mit Ornamenten verziert. Oben offen. In ihr sechs schwarze Hartschalenkoffer auf einem kleinen Holztisch, der sich langsam dreht.

Im dritten Raum verteilt Melzig Lesetastbücher für sehbehinderte Menschen. In ihm sind die Fotografien zum zerbrochenen Krug von Sudarshan Shetty dargestellt. „So können die Besucher die Bilder ertasten“, sagt Melzig.

Und auch im letzten Raum, in dem wieder atemberaubende Gemälde von Alf Löhr und farbenfrohe Stoffbahnen gezeigt werden, können die Männer und Frauen Indien erleben: Melzig verteilt mit einem kleinen Löffel Chips, Linsen und Nüsse. Und diese indischen Köstlichkeiten, die sehr scharf sind, kommen gut an. Danach reicht Melzig kleine Dosen mit Düften weiter. „Indien schmeckt und riecht gut“, beschreibt einer der Besucher begeistert.

Die Ausstellung „Reise nach Indien“ ist noch bis zum 14. Juni im Staatlichen Museum zu sehen.

 

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