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Hospiz am Aubach Schwerin : In Würde gegen den Krebs verloren

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Sören Pott verbrachte die letzten Wochen seines Lebens im Hospiz am Aubach – seine Frau dankt mit einer Spende für die Hilfe

svz.de von
erstellt am 22.Dez.2015 | 21:00 Uhr

Krebs im Endstadium. Eine schwer fassbare Diagnose und anschließend so viele Fragen: Was tun? Wohin gehen? Woher Hilfe bekommen? Heike Zawadzki begleitete ihren Mann auf seinem Weg und erzählt, warum das Hospiz am Aubach so wichtig war in dieser Zeit.

Im Juli dieses Jahres wird bei dem 45-jähren Sören Pott aus Templin Speiseröhrenkrebs festgestellt. Das Paar entschied sich für eine Klinik in Neubrandenburg, um in der Nähe von Familie und Freunden zu sein. Mehrere Untersuchungen folgten, Sören Pott ging es zunehmend schlechter. „Ich habe auf der Station einfach die Menschlichkeit vermisst“, sagt Heike Zawadzki heute. Trotz allem hatten sie und ihr Mann die Hoffnung nicht aufgegeben. „Eigentlich wollten wir heiraten, haben es aber immer aufgeschoben: Das hatte ja noch Zeit“, so die 45-Jährige. Kurzerhand entschlossen sie sich dazu, im Krankenhaus zu heiraten.

Am nächsten Tag die erschütternde Nachricht: Heike Zawadzki wurde durch die zuständige Ärztin im Beisein ihres Mannes eröffnet, dass nichts mehr für ihn zu machen sei und sie ihn mit nach Hause nehmen solle. „Mich traf fast der Schlag. Ich wusste gar nicht, wie ich ihn zu Hause am besten versorgen konnte und war damit völlig überfordert. Außerdem waren da ja noch unsere Kinder, mit all dem alleine fertig zu werden, hätte ich niemals geschafft.“

Ihre Schwägerin, die in Schwerin arbeitet, organisierte einen Platz im Hospiz am Aubach. So bezogen Heike Zawadzki und ihr Mann Anfang September ein Zimmer in der Einrichtung. „Anfangs waren wir natürlich etwas unsicher, was uns dort wohl erwarten würde.“ Sie erinnert sich noch genau an den Satz ihres Mannes bei der Ankunft: „Ja, hier ist es schön. Wie mein Hotelzimmer auf Montage.“ Eine schier unvorstellbare Wandlung durchlief er anschließend. Bei Ankunft noch bettlägerig, stand er schon selbstständig wieder auf und fing an zu essen. Er bekam eine so genannte Schmerzpumpe, die er mit sich trug und selbstständig betätigen konnte. So war es dem Ehepaar möglich, zusammen einkaufen zu gehen, gemeinsame Ausflüge zu erleben oder zusammen mit der Familie in Schwerin zu grillen. „Wir hatten wieder so etwas wie Normalität“, erzählt Heike Zawadzki und Tränen steigen ihr in die Augen. Sie mähte sogar einmal Rasen, während ihr Mann schlief. „Es war fast wie zu Hause.“

Am 1. Oktober starb Sören Pott im Hospiz am Aubach, seine Frau war bis zuletzt bei ihm. „Es waren so wunderschöne Wochen hier im Hospiz. Auch wenn natürlich die Umstände nicht gut waren, hat uns diese Einrichtung einen würdevollen Abschied ermöglicht und dafür bin ich unglaublich dankbar. Es ist schön zu wissen, dass er so gehen durfte.“

Das Ehepaar hatte schon zu Lebzeiten Sören Potts entschieden, dass Beileidsbekundungen in Form einer Spende an das Hospiz gehen sollen. Katy Nülken, Einrichtungsleiterin des Hospizes, hat den Weg des Paares über die Wochen begleitet und war auch bei einem Ausflug in Boltenhagen dabei. „Ich finde es schön, dass wir hier im Hospiz wieder zu neuer Lebensqualität verhelfen konnten und ihnen so eine schöne gemeinsame Zeit schenken konnten. Dass wir in einem gut funktionierenden Netzwerk arbeiten und zweimal wöchentlich Palliativmediziner zu uns kommen, erleichtert unsere Arbeit.“

Heike Zawadzki fügt hinzu: „Ich finde es sehr schade, dass viele Menschen eine Hospiz-Einrichtung meiden, dabei kann den Menschen hier wieder ein Stück Lebensqualität zurückgegeben werden, was zu Hause niemals so möglich wäre.“ Sie möchte mit ihrer Geschichte in der Öffentlichkeit für mehr Verständnis werben und dem Hospiz mit der Spende „etwas zurückgeben“, wie sie sagt.

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