Schwerins neues Baugebiet : In Waisengärten gehts in die Tiefe

Erschließung der Waisengärten: Für die Gründung werden hunderte Pfähle bis zu 20 Meter tief in den Boden gerammt.
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Erschließung der Waisengärten: Für die Gründung werden hunderte Pfähle bis zu 20 Meter tief in den Boden gerammt.

Erschließung des zweiten und dritten Bauabschnittes läuft: Für künftige Straßen sind fast tausend Gründungspfähle notwendig

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02. März 2016, 04:58 Uhr

Zwischen der Amtstraße, der neuen Wohngebietsstraße An den Waisengärten, der ursprünglich für die Geothermie-Bohrung freigehaltenen Fläche hinterm DRK-Kindergarten und dem Grünzug hinter der Straße am Werder hat der erste Bauabschnitt der Waisengärten schon deutlich Kontur angenommen. Ein weiteres Grundstück hat die gek-Grundstücks- und Erschließungskontor GmbH erworben, die mit der „Schwanenwieck“ bereits drei Stadthäuser in den Waisengärten gebaut hat. An der Amtstraße hat ein Investor sich ein Grundstück reserviert. „Im ersten Bauabschnitt sind nur noch zwei Parzellen für den Bau von Vier- bzw. Fünfgeschossern frei“, berichtet Robert Erdmann, Geschäftsführer der LGE, die das Areal erschließt und vermarktet.

Da die Nachfrage nach den Baugrundstücken so hoch ist, haben sich Stadt und LGE entschlossen, die ursprünglich als Bauabschnitt zwei und drei geplante restliche Erschließung der Waisengärten in einem B-Plan zu vereinen. Die Arbeiten laufen bereits auf Hochtouren – vor allem in der Tiefe. Denn die künftigen Straßen ruhen aufgrund des schwierigen Baugrundes komplett auf Pfählen, die bis zu 20 Meter ins Erdreich gerammt werden. Erst wenn auf ihnen so genannte Geogitter aufgebracht wurden – eine Tragschichtbewehrung als eine Art der Bodenstabilisierung –, dann kann die Fahrbahn aufgebracht werden. Bereits im August will die LGE im gesamten Areal der Waisengärten Hochbaureife haben.

Vier Parzellen sind laut Geschäftsführer Erdmann bereits verkauft, der Großteil darüber hinaus reserviert. Letzteres funktioniert im Übrigen in der Regel nur für drei Monate. Und wer gekauft hat, muss innerhalb von zwei Jahren bauen. „Wir wollen Stadtentwicklung, keine Spekulation“, sagt Robert Erdmann.

Kaufen darf ohnehin nur derjenige, dessen Architektenentwurf vom Gestaltungsbeirat für die Waisengärten abgesegnet wurde. Denn auch wenn keine Materialvorgabe für Wohnhäuser besteht – vom hellen Klinker bis zur Putzfassade ist alles machbar – und auch der B-Plan weniger Regularien aufweist, hat der Gestaltungsbeirat stets das letzte Wort. „Wir wollen keine weiße, aber eine eher hellere Stadt“, sagt der LGE-Geschäftsführer. „Die Häuser sollen Flachdächer haben.“

Gebaut wird entlang der Amtstraße viergeschossig, zum Wasser hin sind nur drei Geschosse erlaubt. In Richtung Beutel werden die Gebäude nur zwei- bis dreigeschossig. Wie viele Wohnungen dann die Investoren pro Gebäude errichten, ist ihnen überlassen. Die Spanne pro Parzelle – sie sind zwischen 900 und 1200 Quadratmeter groß – reicht von sechs bis zwanzig Wohnungen. Da Investoren aber Pkw-Stellplätze pro Wohnung nachweisen müssen, dürfte dieser Fakt schließlich trotz geplanter Tiefgaragen das Maximum definieren.

Oder aber der Preis spielt die entscheidende Rolle. Denn wer in den Waisengärten bauen will, braucht ein gut gefülltes Portmonee. Der erschlossene Quadratmeter Bauland kostet zwischen 300 und 380 Euro. Immerhin investiert die LGE in die Erschließung des gesamten Areals rund 14,5 Millionen Euro.

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