zur Navigation springen

Schweriner beim Transalpine-Run : In sieben Tagen über die Alpen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Zwei Schweriner beim Transalpine-Run dabei: Das Team „De Zuariner“ startete wieder beim spektakulären alpinen Trailrun-Event

Beim Rennsteiglauf haben sie den langen Kanten schon etliche Male absolviert. Auch bei den Extrem-Läufen wie der „Langen Nacht von Biel“, beim „Zugspitz-Ultra-Trail“, bei der Harzquerung, sowie der „Tour de Tirol“ waren sie schon, teilweise mehrfach, dabei. Der Gore-Tex Transalpine-Run, ein absolutes Highlight in der internationalen Berglaufszene, ist da schon ein anderes Ding. Er gehört zu den härtesten und spektakulärsten Trailrun-Events der Welt und fand nun schon zum zwölften Mal statt.

Unter dem Motto „ Drei Länder, zwei Läufer, eine Woche – ein Traum“ machten sich am 4. September 550 Läufer in 275 Teams in Garmisch-Partenkirchen auf zur Alpenüberquerung zu Fuß, um nach sieben Tages-Etappen am 10. September in Brixen (Südtirol) das Ziel zu erreichen. Die hochalpine Strecke, über Gipfel und Grate führend, wurde für 2016 neu konzipiert. Sie führte erstmalig über einen Gletscher und hatte mit fast 3000m die höchste Zielankunft.

In den sieben Tagen mussten über die Etappen-Orte Lermoos, Imst, Mandarfen-Pitztal, Sölden, St. Leonhard in Passeier, Sarnthein und schließlich Brixen insgesamt 247,2 km mit 14 862 Höhenmetern (Hm) im Aufstieg und 14 998 Hm im Abstieg bewältigt werden.

In dem international hochkarätig besetzten Teilnehmerfeld des Transalpine-Run starteten wieder Läuferinnen und Läufer aus fast 40 Nationen. Unter ihnen auch die Mecklenburger Torsten Gunia, Laufgruppe Schwerin, und der für den HSV Neubrandenburg startende Jörg Clemen. Jörg war schon zum elften Mal und Torsten zum sechsten Mal bei diesem Trail-Run dabei. Seit 2009 starten sie, mit Unterbrechung, gemeinsam als Team „De Zuariner“.

Alle Teilnehmer dieses außergewöhnlichen Runs dürfen aus Sicherheitsgründen nur in Zweier-Teams starten und müssen am Start, an allen Kontrollstellen und im Ziel gemeinsam erscheinen. Sollten Zeitdifferenzen von zwei Minuten auftreten, gibt es Zeitstrafen, im Wiederholungsfall die Disqualifikation.

Neben alpinen Kenntnissen und Vorerfahrungen sind für diesen extremen Team-Etappenlauf auch strikte Auflagen an Bekleidung und Ausrüstung, die mitzuführen sind (z.B. Notfallausrüstung, Navigationsuhr, Laufrucksack und Mobiltelefon), vorgegeben.

Die „Zuariner“ Torsten Gunia, Jahrgang 1963, und Jörg Clemen, geboren1966, gingen in Garmisch-Partenkirchen neben weiteren 35 Teams in der Kategorie: Senior Master Men (beide Teilnehmer zusammen über 100 Jahre) auf die anspruchsvolle Running-Route.

Die sieben Tagesetappen waren dieses Jahr bis 50 km lang und die Berge bis zu annähernd 3000 m hoch. Dieses Trailrunning in den alpinen Gefilden, ein ständiges Auf und Ab in den Wäldern und Bergen mit teils sehr unwegsamem Gelände, ist schon ein kleines Abenteuer, verlangt aber auch von den Läufern, jederzeit hellwach und aufmerksam zu sein.

Vorbei führte die diesjährige Strecke auf den einzelnen Etappen z. B. auf den schönen Trails unterhalb der Zugspitze bis ins Wettersteingebirge, am zweiten Tag über den Fernpass ins Tegestal, über Grubigjöchl und Salvesental nach Imst. Bei der dritten, der härtesten Etappe, konnte man die herrliche Landschaft vom Inn zu den Gletschern der Ötztaler Gipfel „genießen“. Nach 47,9 km und 3000 Hm-Aufstieg war dann das Ende des Pitztals das Ziel. Die folgende Gletscher-Etappe ins Ötztal berührte das ewige Eis des Rattenbachfenners und nach der Umrundung des Rifflsees war Sölden das Ziel.

Auf der fünften Etappe gelangten die Läufer, nachdem sie das 2474 hohe Timmelsjoch passierten, nach Südtirol ins mit herrlichen Trails ausgestattetem Passeiertal, wo sie der Zielort St. Leonhard erwartete. Auf der sechsten Etappe sorgten die Trails auf der Alpensüdseite, umsäumt von Almen, Bergseen und Gipfeln vor dem wunderschönen Dolomiten-Panorama, mit 2440 m im Aufstieg (höchster Punkt: 2683 m) für die Motivation.

Die Schluss-Etappe über 36,4 km war nochmals mit Höhenwegen und Trails der Extraklasse gespickt. Nach 15 km langem Anstieg auf 2000m schaut man vis à vis zu den Dolomiten-Gipfeln der Langkofel- und Sellagruppe, bevor nach einer physisch und psychisch überaus anstrengenden Woche den Zielort Brixen erreicht wird.

Die schöne Streckenführung mit einmalig schöner alpiner Landschaft sagt wenig darüber aus, welche Tortur sich die Läufer beim Running, Walking und „Kraxeln“ auferlegen. Oberstes Ziel für alle Teilnehmer ist es, unabhängig von der Zeit, Brixen zu erreichen. Denn die Zahl der Ausfälle jedes Jahr spricht für sich. 2014 z. B. führten extreme Bedingungen (mehrere Tage Regen, Graupel, 40 cm Neuschnee, aufgeweichte Wege und Schlamm) dazu, dass von 289 gestarteten Teams nur 190 den Zielort erreichten.

Wettermäßig hatten es die Protagonisten des Events in diesem Jahr besser getroffen; trotzdem mussten wieder etliche Teams in der „Out of Race“ – Statistik erfasst werden.

Was für so manchen „Normalo“ undenkbar wäre, Jörg Clemen und Torsten Gunia haben es wieder und zum sechsten Male geschafft, den immensen Strapazen zu trotzen und Transalpine-Run 2016 zu vollenden. In ihrer Kategorie Senior Master Men (über 100 Jahre) erreichten 24 der 36 Teams das; das Team „De Zuariner“ belegte hier mit einer Gesamtlaufzeit von 48:16:20,7 Stunden den 18. Platz und konnte sich dafür bei einer grandiosen Abschlussveranstaltung die begehrten Finisher-Trikots überstreifen.

In der Gesamtwertung aller 275 gestarteten Teams platzierten sich die Schweriner „Flachländler“ im Feld der vorwiegend Bergspezialisten auf dem 144. Platz, wobei nur 198 Teams das Ziel in Brixen erreichten.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen