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SPD will zwei neue Schulen : In Schwerin werden Schulplätze knapp

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Im September mehr Erstklässler als Plätze: Verwaltung soll auch Hortplatzsituation entschärfen

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erstellt am 24.Feb.2016 | 08:00 Uhr

Es wird eng in den staatlichen Grundschulen. Die von der Verwaltung in die Politik gegebene Kapazitätsplanung für Grundschulen, die die Zahl der Eingangsklassen für die 722 künftigen Erstklässler vorschreibt, dürfte schwer umsetzbar sein. Selbst wenn durch Zurückstellung oder Wahl einer privaten Schule die derzeit 790 Kinder, die am 3. September eingeschult werden, gut versorgt wären, dürfte das nicht reichen. In den vergangenen Jahren verzeichnete Schwerin einen Zuzug junger Familien mit schulpflichtigen Kindern. Und auch Flüchtlingskinder tauchen in der städtischen Rechnung noch nicht auf.

„Die Annahme, dass mindestens 75 Kinder aufgrund einer Rückstellung bei der schulärztlichen Untersuchung oder der Anmeldung an einer privaten Schule die Anmeldung an städtischen Schulen zurückziehen, kommt dem Prinzip Hoffnung deutlich näher als einer verlässlichen Planung“, sagt Steffen Wehner, Vorsitzender des Ortsbeirates Altstadt, Feldstadt, Paulsstadt, Lewenberg. „Als Innenstadt-Ortsbeirat wollen wir sicherstellen, dass jedes Innenstadt-Kind auch einen Innenstadt-Schulplatz erhalten kann. Die Beschlussvorlage sichert jedoch nicht einmal ab, dass jedes Schweriner Kind einen Schulplatz an einer staatlichen Schule im Stadtgebiet erhalten kann.“

Der Ortsbeirat fordert zudem, dass die Verwaltung für alle Grundschüler Hortplätze zur Verfügung stellt. Als Interimslösung sei die Doppelnutzung von Räumen in den Schulen zu berücksichtigen, sagt Wehner. „Das Verwerfen einer Doppelnutzung von Räumen, wie es bei der Verwaltung und der Kita gGmbH als unverrückbarer Grundsatz gilt, ist im Sinne der Eltern und einer Vereinbarkeit von Familie und Beruf nicht haltbar.“

Die Schweriner SPD will durch zusätzliche Schulen die Situation entschärfen. Um die fehlende Anzahl an Schulplätzen schnellstmöglich bereitstellen zu können, schlagen die Sozialdemokraten vor, dass alle ehemaligen Schulgebäude im Stadtgebiet mit den Ziel einer Reaktivierung untersucht werden, sagt der bildungspolitische Sprecher der SPD-Fraktion Eberhard Hoppe. Im Fokus steht dabei sicher auch die alte Schelfschule, die heute von der Volkshochschule genutzt wird. Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow hat sich aber stets stark gemacht, dass das auch so bleibt.

Gleichzeitig fordert Bildungsausschussvorsitzender Hoppe, dass noch in diesem Frühjahr über den Neubau von zwei Schulen in der Weststadt und nördlichen Innenstadt entschieden wird. Die derzeitige Weststadt-Grundschule sei deutlich zu klein und verfüge über keine Hortplätze. Stattdessen könne durch den neuen Anbau am Goethegymnasium der alte Plattenbau abgerissen und eine moderne Grundschule errichtet werden. Im Bereich der nördlichen Innenstadt sei ebenfalls Spielraum für eine neue Grundschule vorhanden. Der in der Schelfstadt wohnende SPD-Stadtvertreter sagt, dass die Freifläche der WGS im Hafenviertel neben der geplanten Kita nördlich der alten Brauerei für eine neue Grundschule gut geeignet wäre. Alternativ vorstellbar wäre aber auch die Fläche am ehemaligen Verwaltungsgebäudes der städtischen Abfallgesellschaft in der Wismarschen Straße unmittelbar neben den Pflegeeinrichtungen von Sozius mit Anbindung an die Straßenbahn.

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