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Stadt legt Mietspiegel für 2012/2013 vor : In Schwerin werden die Mieten steigen

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In der Landeshauptstadt sind die Mieten seit 2009 um 3,5 Prozent gestiegen. Das geht aus dem neuen Mietspiegel hervor, den die Stadtverwaltung vorgelegt hat. Vor allem das Wohnen in der Innenstadt wird immer teurer.

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erstellt am 22.Dez.2011 | 09:50 Uhr

Schwerin | In der Landeshauptstadt sind die Mieten seit 2009 um durchschnittlich 3,5 Prozent gestiegen. Das geht aus dem neuen Mietspiegel hervor, den die Stadtverwaltung gemeinsam mit dem Mieterbund Schwerin und Umgebung und dem Hauseigentümerverband Haus und Grund erarbeitet hat.

Mussten für eine Wohnung in einem nach dem Jahr 1992 gebauten Haus vor zwei Jahren noch zwischen 4,90 und 5,70 Euro pro Quadratmeter bezahlt werden, so sind es heute bereits zwischen 5,10 und 7 Euro pro Quadratmeter. "Damit hat Schwerin zu den bisherigen Spitzenreitern Rostock und Greifswald aufgeschlossen", sagte der Vorsitzende des Mietervereins, Jürgen Fischer. "Allerdings ergibt sich in der Landeshauptstadt ein zweigeteilter Markt."

Während die Mieten in den Plattenbaugebieten weitgehend gleich bleiben, ist in der Innenstadt ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen. "Die Nachfrage nach hochwertig sanierten Wohnungen in der Altstadt übersteigt offenbar das Angebot deutlich", so Ulrich Frisch, der Vorsitzende des Gutachterausschusses für Grundstückswerte. Und so sind hier, wie auch in den Neubauten am Ziegelsee durchaus auch einmal Mieten bis zu 8,50 Euro pro Quadratmeter zu bezahlen. Für einen unsanierten Plattenbau müssen dagegen nur 3,75 bis 3,95 Euro pro Quadratmeter auf den Tisch gelegt werden. "Das sind gravierende Entwicklungen", sagte Jürgen Fischer. Denn den neue Mietspiegel, der die Schweriner Vergleichsmieten zeigt, können Vermieter jetzt nutzen, um Mieterhöhungen durchzusetzen. "Nach vielen Jahren der Flaute kommt nun Bewegung in den Markt", so Fischer. "Ich hoffe, es wird kein Sturm." Soll heißen: Es ist in Schwerin in kommender Zeit mit deutlichen Mieterhöhungen zu rechnen. "Das gilt aber allgemein nicht für die Wohnungsgesellschaft Schwerin und die Schweriner Wohungsgenossenschaft." Der Mieterbund rechnet jetzt mit zunehmenden Mietstreitigkeiten. "In diesem Jahr hatten wir nur drei Fälle, die vor Gericht landeten", sagte Jürgen Fischer. Das sei unüblich wenig. "Demnächst werden wir aber wohl viel zu tun haben." Allerdings konnten bisher 99 Prozent der Fälle außergerichtlich geklärt werden. "Die meisten Mieterhöhungen landen ohnehin erstmal im Papierkorb", sagte der Vereinsvorsitzende, weil die Vermieter viele gesetzliche Vorgaben nicht einhalten."

Für den neuen Mietspiegel wurden Datensätze von 6461 Mietwohnungen ausgewertet, von denen 5758 genutzt werden konnten. Dabei handelte es sich um 1166 Bestandsmieten und um 4592 Neuverträge. "Ausreißer nach oben oder unten haben wir aussortiert", so Ulrich Frisch. Es wurden aber nicht nur die Nettokaltmieten berücksichtigt, sondern auch Alter, Lage und Ausstattung einer Wohnung. Dadurch sind beispielsweise für eine Wohnung in einem unsanierten Plattenbau im Stadtteil Neu Zippendorf Abschläge von fünf Cent pro Quadratmeter möglich. Ist so ein Neubaublock jedoch voll modernisiert, so können Zuschläge bis zu 20 Cent berechnet werden. Auch die Wohnungsgröße spielt eine Rolle. Und wenn ein Balkon vorhanden ist, oder eine Terrasse, wird dafür auch ein Zuschlag ausgewiesen.

"Der Mietspiegel ist ein gutes Instrument, um Mietstreitigkeiten schnell zu beenden", sagte Jürgen Fischer. Meinungsverschiedenheiten zwischen den Mietparteien könnten auf der Grundlage objektiver Zahlen geklärt werden. "Vor Gericht ist er sogar als Beweismittel anerkannt."

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