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Zeitung für die Landeshauptstadt

15. Dezember 2017 | 14:54 Uhr

In Schwerin eine neue Heimat gefunden

vom

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erstellt am 02.Mai.2010 | 07:46 Uhr

Schwerin | Sie kommen aus dem Irak, der Ukraine, Russland, Vietnam und vielen anderen Ländern der Welt: 106 Zuwanderer, für die Schwerin zur neuen Heimat geworden ist und die im ver gangenen Jahr die deutsche Staats bürgerschaft erworben haben. Bei einer - erstmalig ausgerichteten - Ein bür gerungsfeier begrüßte Oberbür ger meis terin Angelika Gramkow (Linke) die neuen Staatsbürger als "gleich be rechtigte Mitglieder unserer Gesellschaft": "Sie haben mit der Einbürgerung einen Schritt vollzogen, der Ihr weiteres Leben prägen wird."

Rund 6000 Menschen mit Migrationshintergrund leben derzeit in der Landeshauptstadt. Jeder Zehnte davon ist ein gebürgert, 1600 sind Spät aus siedler. "Schwerin ist eine Stadt, in der Inte gration gelebt wird", sagte Gramkow bei der Feierstunde im Rathaus. Aus drücklich ermunterte die Ober bürger meis terin die Frauen und Männer, die nun die deutsche Staats bürgerschaft besitzen, sich ihre kul turelle Identität zu bewahren und ihre Traditionen und Wertvorstellungen in die Ge sellschaft der Bundesrepublik einzubringen. Integration sei ein Prozess, an dem beide Seiten ihren Anteil hätten, vom dem aber auch beide Seiten profitierten, so Gramkow. Zugleich be ton te die Verwaltungschefin: "Wir brauchen Zuwanderung."

Zu den Menschen, die im vergangenen Jahr einen deutschen Ausweis erhalten haben, gehört Erika Matteikat, die in Szolnok in Ungarn gebor en wurde. Die Mutter von fünf Kindern lebt seit 2002 in Deutschland und seit 2005 in Schwerin. "Für mich war entscheidend, dass ich 2005 nicht an der Bundestagswahl teilnehmen durfte", erklärte die 48-Jährige. Bei der Wahl 2009 habe sie dann bereits ihr Kreuz machen können.

Die Möglichkeit zu bekommen, an einer großen Wahl teilzunehmen, sei auch für sie der letzte Auslöser für die Einbürgerung gewesen, sagte Naima Schreiber, die 1999 aus Marokko in die Bundesrepublik kam. "Ich möchte in dem Land, in dem meine Familie und meine Freun de leben und in dem ich arbeite, auch mitbestimmen", so die 36-Jährige.

Für ihn sei von Anfang an klar ge wesen, dass er die deutsche Staats bür gerschaft annehmen werde, berichtete Alexej Gusev, der 1999 aus der Ukraine einreiste. Der 60-jährige Maschinenbau-Ingenieur setzt sich auch aktiv für die Interessen von Zuwanderern ein - als Mitglied im Ortsbeirat Mueßer Holz.

Um die deutsche Staatsbürgerschaft zu erlangen, zählt allerdings nicht nur der Wille allein. Bedingung ist unter ander em ein mindestens achtjähriger Aufenthalt in Deutschland. Außerdem müssen der Einbürgerungstest bestanden und Sprachkenntnisse durch eine Prüfung nachgewiesen werden. Da rü ber hinaus dürfen die Antragsteller nicht vorbestraft sein. Weiterhin wird vorausgesetzt, dass die Betreffenden ihren Lebensunterhalt in der Bundes republik selbst bestreiten.

"Ich freue mich, dass so viele Zu wanderer den Weg der Einbürgerung gehen", sagte Schwerins Integrations beauftragter Dimitri Avramenko. Daran lasse sich ablesen, dass sich die Menschen - trotz bestehender Probleme wie etwa auf dem Arbeitsmarkt - in der Stadt wohlfühlen.

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