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Mehr Kontrollen, weniger Temposünder : In Schwerin blitzt es immer weniger

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In Schwerin waren im vergangenen Jahr weniger Autofahrer mit einem Bleifuß unterwegs. Das geht zumindest aus dem Bericht des Kommunalen Ordnungsdienstes hervor. Das Problem sind zu wenig Ordnungshüter.

svz.de von
erstellt am 17.Jun.2013 | 06:53 Uhr

Schwerin | In der Landeshauptstadt waren im vergangenen Jahr weniger Autofahrer mit einem Bleifuß unterwegs. Das geht zumindest aus dem Bericht des Kommunalen Ordnungsdienstes (KOD) für 2012 hervor. Demnach verringerte sich trotz mehr gemessener Fahrzeuge im Bereich der stationären Geschwindigkeitsüberwachung die Anzahl der Vergehen um mehr als 5 200. Mobil wurden 2012 mehr als eine Million Fahrzeuge an 416 Orten gemessen. Davon waren rund 83 000 zu schnell unterwegs. "Diese Zahlen zeigen, dass wir im Bereich der Überwachung des fließenden Verkehrs gute Arbeit leisten", betont Ordnungsamtsleiterin Gabriele Kaufmann. Im Vergleich mit anderen Städten stehe Schwerin gut da. Bei den Rotlichtverstößen hat sich die Zahl in der Landeshauptstadt um 580 auf rund 2 300 reduziert. "Wir sind im Sommer mehr gefordert als im Winter", sagt Kaufmann. Die meisten Einsätze gab es an der Baustelle rund um den Marienplatz. Dort mussten vor allem Falschparker verwarnt oder gar abgeschleppt werden. Im gesamten Stadtgebiet wurden im Jahr 2012 insgesamt 409 Fahrzeuge abgeschleppt und 66 000 Falschparker geahndet. Darüber hinaus überprüfte der Ordnungsdienst rund 450 Hundebesitzer auf die Zahlung der Hundesteuer. Ergebnis: 35 Anzeigen wegen fehlender Hundemarke. Zwei der insgesamt 20 Mitarbeiter im Ordnungsdienst sind dem Bauordnungsamt untergeordnet. Sie führten 615 Kontrollen durch. Das Ergebnis: etwa 350 bauaufsichtliche und 100 Bußgeldverfahren. Hinzu kommen 162 Gewerbekontrollen. "Die Herausforderung des KOD-Teams sowie der Gewerbeabteilung besteht darin, Aufgaben wie Schwarzarbeitsbekämpfung, Gaststätten- und Jugendschutzkontrollen sowie Kontrollen der Preisangabenverordnung stärker ins Visier zu nehmen", sagt Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow.

Die Aufgaben des Ordnungsdienstes sind vielfältig. Fakt ist: Schweriner beschweren sich nach Angaben der OB immer häufiger. "Leider ist es kaum noch möglich, auf Hilfeersuchen, Anfragen und Hinweise aus der Bevölkerung - ob zugeparkte Behindertenparkplätze, Einfahrten oder Beschwerden über frei laufende Hunde - schnell zu reagieren", so Gramkow.

Hauptproblem ist die immer dünner werdende Personaldecke. Derzeit sind im Ordnungsdienst nur 20 der insgesamt 31 Stellen besetzt. "Trotz hoher Belastungen leistet das Team des Kommunalen Ordnungsdienstes eine hervorragende Arbeit", lobt die Verwaltungschefin. Doch eine Entspannung der Arbeitssituation sei in nächster Zeit nicht in Sicht. "Wenn wir das beschlossene Ordnungs- und Sicherheitskonzept in dem erforderlichen Umfang umsetzen wollen, müssen wir das Personal des Kommunalen Ordnungsdienstes verstärken", so Ordnungsamtschefin Gabriele Kaufmann. Doch um das Personal im Ordnungsdienst aufzustocken, muss die Stadtvertretung mitreden.

Die Anforderungen für die Mitarbeiter sind hoch: Die Streifen des Ordnungsamtes sind montags bis donnerstags von 7 bis 20 Uhr und freitags und sonnabends bis 24 Uhr unterwegs - bei Wind und Wetter. Viele Mitarbeiter des Ordnungsdienstes haben sich in den Ruhestand verabschiedet oder sind aus Altersgründen in den Innendienst gewechselt. Doch Nachwuchssorgen sieht Gabriele Kaufmann nicht: "Gekündigt hat bei uns kaum jemand und wir haben regelmäßig Schülerpraktikanten, die sich gezielt für den Ordnungsdienst interessieren."

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