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Turnhalle in Privatbesitz : In der Werderhalle fliegen Bälle

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Ole Nikolai saniert eigenhändig historische Sportstätte von 1862 in der Amtstraße / Raum kann stundenweise gemietet werden

Der erste Eindruck ist hell und freundlich. Es riecht nach Holz und frischer Farbe. Die Umkleideräume sind sauber und ordentlich. Von der typischen Atmosphäre einer Turnhalle fehlt jede Spur. Viele der Eltern und Sportler haben hier früher schon Sport gemacht, doch an die Zeiten erinnert in der Werderhalle nichts mehr. Denn Ole Nikolai hat das Gebäude in der Amtsstraße 16 komplett saniert und erneuert. Seit Sommer 2016 vermietet er die Turnhalle stundenweise an Vereine, Schulsport und Geburtstage können hier ebenfalls stattfinden. Im Obergeschoss nutzt die Praxis „Physiotherapie & Prävention“ die Räume.

Und das Konzept funktioniert. „Der Bedarf ist hoch, die Nachfrage besonders nach den Stunden am Abend steigt stetig“, erzählt der Schweriner, der die Halle noch aus seiner Jugend kennt. Zehn Jahre stand sie leer. „2014 habe ich das Baudenkmal dann von der Stadt gekauft und ein Jahr später mit der Sanierung begonnen.“

Anderthalb Jahre wurde fleißig gewerkelt, oft mit Hilfe von Freunden, Kollegen und Bekannten. Viel hat der Zimmereimeister und Inhaber eines Unternehmens selbst gemacht. Das Gebäude bekam eine neue Fassade, das Dach wurde saniert, Fenster und Türen ersetzt, neue Räume entstanden und die Halle bekam einen neuen, modernen Sportfußboden. Dabei musste die Nutzung als Turnhalle erhalten bleiben, so die Vorschrift. 1862 wurde die Werderhalle erbaut, als erste in Schwerin. 1906 hat sie die Stadt vom Männer-Turn-Verein für den Schulsport erworben. In seinem Büro hat Ole Nikolai Kopien von alten Bildern des Gebäudes hängen.

Doch wie kommt ein Inhaber einer Zimmerei auf die ungewöhnliche Idee, eine Turnhalle zu kaufen? „Ich gebe Kampfsportunterricht und mit meiner Gruppe musste ich oft die Halle wechseln, denn die Nutzungszeiten in der Stadt sind besonders im Winter stark gefragt“, erklärt der 46-Jährige. „Da habe ich einfach mal gefragt, was eigentlich mit der Werderhalle ist.“

In der Ein-Feld-Halle kann jetzt Basket- oder Volleyball gespielt werden. Bälle sind zahlreich vorhanden. Auch eine Bestriebssportgruppe für Badminton trifft sich regelmäßig. Die Heinrich-Heine-Schule nutzt die Räume ebenso, wie Akido- und Reha-Sportgruppen. „Natürlich wird hier auch Fußball gespielt“, sagt Ole Nikolai, der die Räume nun auch für seine Sportgruppe nutzt. Wer ebenfalls Interesse daran hat, die Werderhalle in der Amtstraße 16 zu mieten, kann sich unter Telefon 0173/7085936 oder per E-Mail an info@werderhalle.de melden.

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