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Oldenburger eröffnet Mostbetrieb und Hofladen : In Ahrensboek entsteht eine Mosterei

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Diese Woche will Dr. Mirko Lunau mit seiner Mosterei in Ahrensboek starten. Der Probelauf ist gut über die Bühne gegangen. Jetzt kann er richtig loslegen. Er kauft Äpfel vom Biohof Medewege und verarbeitet sie zu Most.

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erstellt am 14.Aug.2012 | 10:11 Uhr

Ahrensboek | Es ist fast alles fertig. Ende dieser Woche will Dr. Mirko Lunau mit seiner Mosterei in Ahrensboek starten. Der Probelauf ist Anfang der Woche gut über die Bühne gegangen. Jetzt kann er richtig loslegen. Lunau kauft Äpfel vom Biohof Medewege auf und verarbeitet diese zu Most, den er dann im eigenen kleinen Hofladen anbietet. Kunden können aber auch mit ihren eigenen Äpfeln nach Ahrensboek kommen und diese mosten lassen. "Diese Lohnmosterei ist mein wichtigstes Standbein", sagt er.

Von Hause aus ist Mirko Lunau Tischler und Biologe, Meeresbiologe. Auf diesem Gebiet hat er auch promoviert. "Ich war in der Polarforschung in Bremerhaven tätig und habe anderthalb Jahre als Meeresbiologe an der Ostküste in den USA gearbeitet", erzählt er. Als seine Frau dann ihren Facharzt in Deutschland gemacht hatte, wollte die Familie sesshaft werden - auf Dauer. Sie hatte sich in Mecklenburg umgeschaut und war auf Ahrensboek, dem kleinen Ort in der Gemeinde Cambs, gestoßen. Der gefiel den Beiden. Mit dem Umzug von Oldenburg nach Ahrensboek stand für den 41-Jährigen aber auch fest, dass er sich beruflich neu orientieren wird. "Ich wollte etwas im landwirtschaftlichen Bereich machen. Um Gärtner oder Landwirt zu werden, fehlte mir die Ausbildung. Aber ich wollte schon praktisch arbeiten, etwas machen, was die Leute brauchen und es sollte etwas mit Natur sein", fasst er seine Vorstellungen zusammen.

Die Idee mit der eigenen Mosterei kam ihm im Ort. Ein Ahrensboekener wollte seine Äpfel zum Saften bringen. Dafür musste er einige Kilometer fahren, denn in der unmittelbaren Nachbarschaft gibt es keine Anlage dafür. "Ich habe mich informiert, mir das Ganze durchgerechnet und meine, dass es funktionieren kann", so der Neueinsteiger. Er hat einen alten Stall gepachtet, die Steine aus den Wänden geklopft und baute seine Mosterei in der Dorfstraße auf. Da Mirko Lunau in jungen Jahren Tischler gelernt hatte, übernahm er etliche Arbeiten selbst, für andere holte er Fachleute aus der Region - Maurer und Elektriker zum Beispiel. Sein handwerkliches Geschick kam ihm auch beim Aufbau der Technik zu pass. Die moderne Bandpresse habe er sich aus Heilbronn geholt und selbst aufgebaut, weitere Teile stammen vom Bodensee, so Mirko Lunau. "Im Süden gibt es wesentlich mehr Mostereien und demzufolge auch die entsprechende Ausstattung."

Seine Anlage ist so konzipiert, dass die Äpfel von außen über ein Förderband in die so genannte Rätzelmühle gelangen, es entsteht die Maische, die aufs Band gelangt und über Walzen ausgepresst wird. Der Saft fließt in Tanks, wird pasteurisiert und in Flaschen oder in Fünf- bzw. Zehn-Liter-Behältern abgefüllt. Die Anlage kann in einer Stunde eine Tonne Äpfel verarbeiten: 700 Liter Saft werden dabei gewonnen. Lunau kann sich vorstellen, täglich bis zu fünf Tonnen des Obstes zu verarbeiten. Und nicht ausschließlich Äpfel. Genausogut kann aus Birnen, Quitten und Karotten Saft gewonnen werden, letztere ergeben mit Apfelsaft eine gute Kombination. Seine Mosterei will der Ahrensboekener donnerstags bis sonnabends jeweils von 8 bis 18 Uhr öffnen - oder nach Vereinbarung. Und das voraussichtlich bis Mitte November.

In der Mosterei ist neben dem kleinen noch einzurichtenden Hofladen Platz für eine Holzwerkstatt. Diese braucht Mirko Lunau für seine Imkerei, um Wabenrahmen und Holzbeuten instandsetzen zu können. Die Imkerei ist ein weiteres Standbein seines Unternehmens ist. "Das wirtschaftliche Herzstück ist und bleibt die Mosterei. Aber die Bienenpflege liegt mit sehr am Herzen", erklärt der Ahrensboekener. Die meisten würden gar nicht wissen, dass die Bienen zu den wichtigsten Nutztieren gehören - wegen ihrer Bestäubungsleistung. Daher gehe es ihm primär nicht um hohen Honigertrag, sondern darum, die Bienenvölker gesund und kräftig zu erhalten. Derzeit habe er sieben Völker, im nächsten Jahr sollen es 15 bis 20 Völker werden.

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