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Zeitung für die Landeshauptstadt

24. November 2017 | 08:47 Uhr

Umland : Immer mehr Familien mit Kindern suchen Asyl

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Landkreis Ludwigslust-Parchim rechnet in diesem Jahr mit 650 Emigranten, darunter 400 Kinder

svz.de von
erstellt am 06.Jan.2015 | 12:00 Uhr

Der Landkreis Ludwigslust-Parchim muss sich auf eine steigende Zahl von Asylbewerbern einstellen. Landrat Rolf Christiansen informierte auf der Kreistagssitzung, dass 299 Asylsuchende im Kreis Unterkunft gefunden haben. Dazu kamen 72 Flüchtlinge aus Syrien und den Anrainerstaaten. Für dieses Jahr sind 650 Asylbewerber angekündigt, sagt Vizelandrat Wolfgang Schmülling. Damit wird es eng in den Unterkünften. Knapp 500 Plätze gibt es in den beiden Asylbewerberheimen in Parchim und Ludwigslust, so Schmülling. „Wir sind dabei, neue Standorte zu finden.“ Man wolle die Problematik im Kreis lösen und nicht auf die Städte und Gemeinden abzuwälzen.


Suche nach neuen Unterkünften läuft an


Ziel sei, mit einer neuen Einrichtung nicht auf das Land zu gehen, sondern in einer Stadt zu bleiben. „Wir müssen den Menschen Gelegenheit geben, zum Arzt und zum Einkaufen zu kommen“, so Schmülling.

Kommunen wie Neustadt-Glewe, Boizenburg, Hagenow sind neben Parchim und Ludwigslust im Gespräch. Dem Landkreis liegen mehrere Angebote von Privatpersonen vor, die Immobilien für Asylbewerber anbieten. „Wir dürfen aber keine privaten Immobilien anmieten“, sagt Schmülling. „Da macht das Land nicht mit.“ Dabei wurden die beiden bestehenden Asylbewerberheime noch unter anderen Rahmenbedingungen von einem privaten Investor angemietet. Man sei dabei, angebotene Objekte auf ihre Tauglichkeit zu prüfen, so Schmülling.

Parallel will der Landkreis Plätze für minderjährige Asylbewerber bzw. Flüchtlinge schaffen, die ohne Begleitung nach Deutschland kommen. Zur Zeit halten sich etwa 40 von ihnen im Landkreis auf. Sie sind in Kindereinrichtungen untergebracht. Für diese jungen Ausländer gilt wie für deutsche Staatsangehörige, dass sie in Obhut genommen werden. Zumindest so lange, bis sie - was meist für Kriegsflüchtlinge gilt – bei Opa, Onkel oder anderen Verwandten unterkommen.

Fünf mögliche Träger, die sich um diese Minderjährigen kümmern wollen, haben sich beim Landkreis beworben. Noch im Januar soll in einem Unterausschuss des Jugendhilfeausschusses über eine mögliche Vergabe beraten werden. Laut Schmülling wäre es wünschenswert, wenn die Asylbewerber- und Flüchtlingskinder nicht separat, sondern zusammen mit deutschen Kindern betreut werden. „Das ist aus unserer Sicht ein guter Schritt zur Integration.“ Kinder würden sich naturgemäß vertragen, auch wenn es natürlich Raufereien gebe.

Eine Herausforderung in der Zukunft wird die Integration der jungen Asylbewerberfamilien. Auf ein Elternpaar kommen vier Kinder, sagt die Erfahrung. Damit rechnet der Landkreis in diesem Jahr mit 400 Kindern von Asylbewerbern. Das sei die Kapazität einer Schule, sagt Schmülling. Der Landkreis sei interessiert, mit den Ministerien zusammen an einen Tisch zu kommen, um die Problematik zu diskutieren. Denn wenn sich die Zahl der Asylbewerber verdoppelt, dann bedeute das auch doppelten Betreuungsaufwand. Und folglich auch doppelten Personalaufwand.

 

 

 

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