Thementag : Imker und Bauern an einem Tisch

Grambow begrüßt seine Besucher gleich mit Informationen über die Biene und das Imkern: Schautafeln und Sitzgruppe wurden vom Erlös des Tages des offenen Dorfes finanziert. Die Imker Detlef Bolte und Ronny Schwarz (r.) werden auch bei der nächsten Auflage am 20. Juni mitmachen.
Grambow begrüßt seine Besucher gleich mit Informationen über die Biene und das Imkern: Schautafeln und Sitzgruppe wurden vom Erlös des Tages des offenen Dorfes finanziert. Die Imker Detlef Bolte und Ronny Schwarz (r.) werden auch bei der nächsten Auflage am 20. Juni mitmachen.

Schweriner Verein „Professor Friese“ lädt am Sonntag zu einem offenen Forum über Bienen in den „Grambower Moorkrug“ ein

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30. April 2015, 12:00 Uhr

Am Sonntag dreht sich im „Grambower Moorkrug“ alles um die Biene. Die Imker vom Schweriner Verein „Professor Friese“ laden zum Forum ein – und dazu sind nicht nur die 48 Vereinsmitglieder und andere Imker willkommen, sondern auch Landwirte und Kleingärtner. „Eigentlich alle, die an Honig- und Wildbienen interessiert sind“, sagt Ronny Schwarz vom Vorstand. Imker Detlef Bolte ergänzt: „Die Biene ist ja auch für alle wichtig. Sie ist nach Rind und Schwein das drittwichtigste Nutztier in Deutschland.“

So einen Thementag hatte der Schweriner Verein bereits im vorigen Jahr organisiert. „Die Resonanz war groß“, blickt Bolte zurück. Deshalb gibt es am 3. Mai eine Neuauflage. Spätestens um 8.30 Uhr sollten die Teilnehmer im „Moorkrug“ sein, denn es geht mit Vorträgen von dem Agrarberater Rudolf Gerber aus Grevesmühlen und dem Bienenbiologen Guido Eich aus Celle los. Dann schließt sich ein Erfahrungsaustausch an – mindestens bis zum Mittag. „Anschließend kann es gerne weitergehen“, betont Schwarz. Ganz kostenfrei kann der Verein das Seminar nicht anbieten, aber in den 15 Euro Teilnahmegebühr ist auch das Mittagessen enthalten. So um die 100 Personen werden erwartet, Kurzentschlossene können sich noch bei Detlef Bolte unter Telefon 0179-2334942 anmelden.

Die erfahrenen Imker gehen davon aus, dass die Schwerpunktthemen viele interessieren, denn es handelt sich um zwei aktuelle Probleme. „Wir wollen mit den Bauern, aber auch mit Hausbesitzern, Vertretern von Städten und Gemeinden ins Gespräch kommen, um die Trachtlücke zwischen Raps- und Lindenblüte zu schließen“, sagt Schwarz. Denn sowohl die Ölfrüchte als auch die Bäume bieten zur Blütezeit viel Futter für Honig- und Wildbienen. Doch Ende Mai ist es mit der gelben Pracht auf den Rapsschlägen vorbei. Und die ersten Linden blühen erst einen knappen Monat später. „Wenn dann die Bauern die Wiesen noch vor der Gräserblüte komplett abmähen, wird es eng für die Beinen“, betont Bolte. Immer mehr Landwirte lassen zwar Blühstreifen stehen oder legen sogar am Ackerrand solche an, aber das allein reicht noch nicht aus. Auch Kommunen können helfen, indem sie die Grünflächen einmal weniger mähen und gerade die Weißkleeblüte abwarten. Und vor vielen Wohnhäusern sind heute grüne Zierrasen zu finden, statt blühender Vorgärten.

Das andere große Problem ist die Varroa-Milbe. Der Schädling hat dafür gesorgt, dass viele Bienenvölker den zurückliegenden Winter nicht überstanden haben. Denn nach dem milden Winter 2013/2014 folgte ein trockenes Frühjahr und ein schöner Sommer. Die Milbe vermehrte sich einmal mehr als üblich. „Da half auch oftmals die Bekämpfung mit Ameisensäure nicht“, berichtet Schwarz. Aber die 48 Mitglieder des Schweriner Vereins geben nicht auf. Um die 450 Bienenvölker betreuen sie. Übrigens schaffen es die Imker damit bei weitem nicht, die Bestäubung aller Rapspflanzen abzusichern. Detlef Bolte hat deshalb beispielsweise den Kontakt zwischen einem Landwirt aus Groß Brütz und einem Imker aus Schleswig-Holstein hergestellt. Letzterer zieht jetzt zur Rapsblüte mit seinen Bienen nach Mecklenburg. „Und der Bauer selbst fängt jetzt mit dem Imkern an“, erzählt Bolte.

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