Honigsuche in Grambow : Imker startklar für Saison

Schauen bei den Bienenkästen am Dorfrand von Grambow nach dem Rechten: Detlef Bolte und Norbert Jungjohann.
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Schauen bei den Bienenkästen am Dorfrand von Grambow nach dem Rechten: Detlef Bolte und Norbert Jungjohann.

Der Grambower Detlef Bolte hofft auf wärmeres Wetter, damit die Bienen bald auf Honigsuche gehen können

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27. März 2016, 13:45 Uhr

Von seinen 55 Bienenvölkern sind 50 gut über den Winter gekommen, sagt Imker Detlef Bolte. Die Bienen haben bei wärmeren Temperaturen auch schon mal vorsichtig aus ihrem Winterquartier herausgelugt und eine kurze Runde gedreht, aber insgesamt ist es noch zu kalt, sagt der Grambower. „Für uns heißt es jetzt abwarten, es muss wärmer werden. Ab zehn Grad fliegen die Bienen“, erklärt der Fachmann. Pollen würde es schon geben: von Haselnusssträuchern, Krokussen und anderen Frühblühern. Detlef Bolte: „Wir hatten einen langen warmen Herbst, die Bienen haben lange gebrütet und viel Futter verbraucht. Jetzt hoffe ich, dass es noch so lange ausreicht, bis sie in der Natur ihre Nahrung finden.“

Der Imker schätzt, dass Mitte Mai der erste Honig der neuen Saison auf dem Tisch steht. Absatzprobleme gäbe es nicht. Immer mehr Kunden aus der näheren und weiteren Region würden Naturprodukte zu schätzen wissen, betont Imker Bolte. Er ist Vorsitzende des Imkervereins „Prof. Dr. Friese“ Schwerin und Umland, der seinen Sitz in Grambow hat. „Wir sind sehr daran interessiert, mit den Landwirten gut zusammenzuarbeiten und uns auszutauschen“, unterstreicht der Grambower. Immer mehr Landwirte würden Verständnis für die Bienenzucht aufbringen, gerade was das Spritzen von Pflanzenschutzmitteln anbelangt.

Landwirt Norbert Jungjohann hat sich mit den Bienen näher beschäftigt. Er ist Betriebsleiter des Gutes Grambow und verfügt als Landwirt, der mit Pflanzenschutzmitteln umgeht, über einen entsprechenden Sachkundenachweis. Für einen sachgerechten Umgang mit diesen Mitteln plädiert auch Detlef Bolte. Er habe in der Vergangenheit aber häufig beobachtet, dass Kleingärtner oft großzügig mit Dünger und Pflanzenschutzmitteln umgehen würden. Hier, so finde er, gäbe er durchaus noch Aufklärungsbedarf.

Norbert Jungjohann hat inzwischen selbst mit der Bienenzucht angefangen. Warum? „Es gibt zu wenig Bienen, sie sind wichtige Nutztiere.“ Zur Erinnerung: Etwa 80 Prozent aller Blüten werden von Bienen bestäubt. Den restlichen Anteil übernehmen Hummeln, Schmetterlinge, Wespen. Und weil das so bedeutend ist, möchte Jungjohann einen Beitrag für Umwelt und Natur leisten. Detlef Bolte kann das nur unterstützen. Jungjohann hatte von zwei Wanderimkern, die an Rapsfeldern bei Grambow ihre Bienenvölker aufstellen durften, ein Volk geschenkt bekommen. Ein zweites spendierte Detlef Bolte. In dieser Saison will der Betriebsleiter sich nun selbst um seine Bienen kümmern. Er ist Mitglied des Vereins geworden. Beides freut Bolte. Denn: „Generell gibt es zu wenig Imker. Die Zahl ist in Mecklenburg-Vorpommern zwar leicht gestiegen, trotzdem reicht sie noch nicht aus, meint der Grambower. „Uns fehlt Nachwuchs“, sagt Bolte. Wer mehr als drei Bienenvölker halten will, müsse wissen, dass es viel Zeit kostet, weil das Imkern aufwendig sei. Bolte heißt alle Interessierten – auch Nicht-Vereinsmitglieder willkommen: Jeden zweiten Mittwoch im Monat ist Imkertreff um 19 Uhr in der Grambower Gaststätte „Moorkrug“.

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