Schwerin und seine Imbisse : Imbiss: Noch schnell was auf die Hand

<strong>'Nur Döner macht schöner',</strong> meint auch Saleh Abdallah, der einen Imbiss am Köpmarkt   betreibt. <foto>Reinhard Klawitter</foto>
"Nur Döner macht schöner", meint auch Saleh Abdallah, der einen Imbiss am Köpmarkt betreibt. Reinhard Klawitter

Neue SVZ-Serie: Das Angebot ist groß, die Nachfrage auch - aber wie viel rollende Restaurants verträgt die Landeshauptstadt überhaupt? Saleh Abdallah betreibt einen von mehr als 140 Imbissen in Schwerin.

svz.de von
04. Juli 2012, 10:29 Uhr

Schwerin | Lecker: Wenn der Magen gefühlt schon fast die Knie berührt, wenn der Heißhunger die Regie übernimmt, dann kommt ein Schnellimbiss gerade richtig. Ein bisschen Brot mit viel Fleisch und Salat garniert mit einer würzigen Soße reicht beispielsweise Döner-Anbieter Saleh Abdallah innerhalb von knapp einer Minute über seine Glastheke an seine Kunden auf dem Köpmarkt. Sein Imbisswagen "Rania-Döner" steht mitten auf dem Parkplatz, umgeben von parkenden Autos und zwischen jeder Menge Passanten. Alles potenzielle Kunden mit spontanem Hungergefühl, könnten Beobachter meinen, aber der Iraker erklärt: "Wir haben hauptsächlich Stammkunden." Sein Geschäft laufe gut.

Saleh Abdallah betreibt einen von mehr als 140 Imbissen in der Landeshauptstadt. Er versteht etwas vom Döner-Verkauf, denn er hält sich schon seit 2004 mit seinem Verkaufsstand am Markt. In anderen Fällen ist das schnelle Essen auf die Hand auch eher ein schnelles Geschäft, mit dem nicht jeder besteht. Feste marktregulierende Vorgaben, wo ein Imbiss stehen darf und wie Konkurrenzsituationen vermieden werden können, gibt es nach Angaben der Industrie- und Handelskammer (IHK) nicht. "Zum Abstand zwischen den Imbissbuden gibt es keine Einschränkungen - es sei denn, es kommt aus diesem Grund zu Belästigungen", erklärt das Schweriner Ordnungsamt. Außerdem gelten die Snackwagen in der Regel als fahrende Händler "im Reisegewerbe". Das heißt: Der Markt reguliert sich selbst. Betreiber wie Saleh Abdallah brauchen vor allem eine knackige Geschäftsidee und einen Standort nah am Kundenstrom. Und man muss einiges aushalten können. "Bei Hitze ist es anstrengend am Grill zu stehen", erzählt Saleh Abdallah. Ähnliche Erfahrungen machen auch die Imbiss-Verkäuferinnen am Obi-Parkplatz. Seit zwölf Jahren bieten sie Fischbrötchen an, eine Bude weiter können Hungrige eine Bratwurst im Brötchen oder auf die Pappe kaufen. Auch dort profitieren die Betreiber vom Standort mitten auf dem Parkplatz. Vor allem Schornsteinfeger und Küchenbauer, Berufsgruppen, die viel unterwegs sind, gehören zu ihrem festen Kundenstamm. Aber auch die Baumarkt-Besuc her. Wie sich das Geschäft im Büdchen seit DDR-Zeit gewandelt hat und womit Kioske zu kämpfen haben, lesen Sie im nächsten Teil unserer neuen Serie.

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