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Zeitung für die Landeshauptstadt

17. Oktober 2017 | 02:51 Uhr

Theater in Schwerin : Im Wunderland der Jetzt-Welt

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Heute Abend ist Premiere: Zwölftklässler der Waldorfschule führen Theaterstück in der Alten Druckerei der SVZ auf

von
erstellt am 12.Okt.2017 | 16:00 Uhr

Es geht um das Erwachsenwerden, um Flucht vor der Realität, um Selbstfindung, um den Sinn des Lebens. „Irgendwo im Nirgendwo“, so heißt das Theaterstück, das Zwölftklässler der Schweriner Waldorfschule in diesem Jahr einstudieren. Mehr als 20 Schüler bringen ihre Interpretation eines Kinderbuch-Klassikers auf die Bühne: „Alice im Wunderland“ von Lewis Caroll stand Pate für die Inszenierung, die heute um 20 Uhr in der Alten Druckerei der SVZ in der Gutenbergstraße ihre Premiere feiert.

Ja, es ist eine besondere Bühne, die sich die jungen Leute um Lehrer und Regisseur Christoph Bai für ihre Produktion ausgesucht haben. Wo einst Druckmaschienen ratterten, wird nun gespielt, gesungen, getanzt. Die Bretter, die die Welt bedeuten – eine Folie, die Kulisse – Tücher, die in verschiedenen Farben illuminiert werden.

„Wir haben die Bücher von Caroll ,Alice im Wunderland’ und ,Alice hinter den Spiegeln‘ in die Jetzt-Welt geholt, aktuelle Bezüge hergestellt, etwa zum Thema Ausgrenzung“, sagt Spielleiter Bai, der von einem Regie-Pult aus Anweisungen gibt, sich mal mehr Schwung beim Tanz, mal einen anderen Ausdruck wünscht, lobt und kritisiert. Seit Freitag vergangener Woche laufen die Proben in der Druckerei, wird bis zu zwölf Stunden täglich geübt. Mit ihrem Stück beschäftigt sind die Schüler freilich schon seit dem Ende der Sommerferien. Das Klassenspiel in der zwölften Klasse ist ein fester Bestandteil des Lehrplanes an der Waldorfschule. Dabei entwickeln die Jugendlichen durchaus nicht nur die Ideen für das Theaterstück, schlüpfen in ihre Rollen und lernen Texte. Sie kümmern sich auch um das gesamte Drumherum, um das Bühnenbild, die Kostüme und die Requisiten, ja sogar um die Plakate und die Programmhefte. Schüler aus anderen Jahrgangsstufen helfen, sorgen für die Technik und die Maske.

„Es ist einfach toll zu sehen, wie das Stück nun aus vielen einzelnen Szenen zusammenwächst“, sagt der 18-jährige Matthes in einer Probenpause. Ihr erscheine „Alice im Wunderland“ heute in einem ganz anderen Licht, erklärt Hannah. „Carolls Werk ist weit mehr als ein Kinderbuch.“ Jeder könne sich in der Welt von Alice verlieren, so die 17-Jährige. Bei den Proben ziehe einer den anderen mit, berichtet Leo, ebenfalls 17 Jahre alt. „Wir motivieren uns gegenseitig, eine unglaubliche Erfahrung.“ Und die ungewöhnliche Location? „In der Alten Druckerei haben wir ganz viel Platz, um uns künstlerisch auszudrücken“, schwärmt Greta, auch sie 17.

Etwa 90 Minuten wollen die jungen Künstler heute Abend durchspielen. Eine echte Herausforderung. Freitagvormittag gibt es eine weitere Aufführung speziell für Mitschüler. Morgen Abend, am Sonnabend und am Sonntag, jeweils um 20 Uhr, sind öffentliche Vorstellungen geplant.



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