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Zeitung für die Landeshauptstadt

21. November 2017 | 15:09 Uhr

Starker schnitt : Im Winter muss die Kettensäge ran

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

SVZ-Leser kritisieren das Fällen von Bäumen und den rigorosen Rückschnitt von Hecken

von
erstellt am 21.Jan.2015 | 12:00 Uhr

Dagmar Szardenings bittet um Hilfe. Sie möchte die Biotope in Schwerin retten. „Sie haben eine vielfältige Funktion und Bedeutung für den Artenreichtum, das Klima, die Menschen, vor allem die Kinder“, schreibt die Friedrichsthalerin. Aktueller Anlass für Dagmar Szardenings: In Friedrichsthal sind Bäume in einem Gehölzstreifen mit „großen grünen Kreuzen versehen worden. Dies lässt den Verdacht zu, dass die Bäume
gefällt werden sollen.“

Ilka Wilczek, die Werkleiterin der Stadtwirtschaftlichen Dienstleistungen (SDS), bestätigt, dass in dem Gehölzstreifen ausgelichtet werden soll. „Noch ist aber nichts entschieden. Ein SDS-Mitarbeiter hat lediglich die Bäume markiert, die rausgenommen werden könnten.“ Gemeinsam mit der Naturschutzbehörde der Stadt soll dann festgelegt werden, ob und an welchen Bäumen tatsächlich die Kettensäge angesetzt werden soll. Anlass für die Aktion sind nach Auskunft von Ilka
Wilczek Anwohnerbeschwerden. „Wir sind angesprochen worden, für die Verkehrssicherheit zu sorgen. Außerdem müssen auch Biotope gepflegt werden, wenn sie ihre Funktion in der Landschaft behalten sollen.“

Winterzeit ist Gehölzpflegezeit. Bis Ende Februar darf noch gesägt und geschnitten werden. „Wir nutzen die Zeit, vor allem um die Verkehrssicherheit im öffentlichen Raum zu gewährleisten“, so Ilka Wilczek. So werden derzeit die Wurzelhälse der Bäume in der Lärchenallee freigelegt, damit Fachleute die Standsicherheit begutachten können. Außerdem wird Totholz aus den Kronen der Bäume in der Stadt genommen „Mit diesem Verfahren haben wir in den vergangenen Jahren gute Erfahrungen gemacht.“ So habe es bei den Stürmen „Elon“ und „Felix“ kaum Schäden gegeben. „Nur auf dem Alten Friedhof ist eine große Eiche umgefallen“, berichtet die SDS-Chefin. „Die hat allerdings Gräber und Grabsteine beschädigt.“ Ansonsten seien noch Bäume überwiegend im Wald
umgefallen, die aber keinen Schaden angerichtet hätten.

Aber auch Feldhecken müssen regelmäßig geschnitten werden. „Alle zwei bis drei Jahre müssen diese Gehölzstreifen geschnitten oder sogar auf Stock gesetzt werden“, so Ilka Wilczek. „Das ist die übliche Vorgehensweise.“ Im Übrigen würden alle Schritte mit dem Umweltamt abgestimmt. „Ohne Fällgenehmigung dürfen auch wir keinen Baum umlegen.“

Doch gerade auch der Heckenschnitt macht Dagmar Szardenings und anderen SVZ-Lesern Sorge. „Es wurde bereits die geschützten Feldhecke entlang der Warnitzer und der Bahnhofstraße seit dem November 2012 durch dreimalige rigorose Schnitt- und Fällmaßnahmen stark geschädigt.“ Für die Friedrichsthalerin ein trauriger Anblick. „Aus einer artenreichen und dichten Feldhecke, die vielen Tieren Lebensraum und Rückzugsort war, wurde eine unzusammenhängende und nur schmerzlich noch anzusehende Ansammlung vereinzelter Hölzer und Holzgruppen.“ Nach Aussagen von Ilka Wilczek musste hier das so genannte Lichtraumprofil für den Busverkehr und die Zufahrt der Feuerwehr wiederhergestellt und erhalten werden. Gerade bei Haselnüssen regeneriere sich diese besser, wenn sie auf den Stock gesetzt würden als in zwei Metern Höhe gekappt. Doch Dagmar Szardenings kritisiert auch, dass die Hecke an der Lärchenallee zwischen der Warnitzer Straße und der Kreuzung mit der Umgehungsstraße „ohne nachvollziehbaren Sinn von gesunden Bäumen befreit, artenentleert und stark ausgedünnt worden“ sei. Diese Arbeiten begründet Ilka Wilczek ebenfalls mit der Herstellung des Lichtraumprofils für den landwirtschaftlichen Weg, der auch von Joggern und Radfahrern gern genutzt wird. Jungbäume wurden in diesem Zusammenhang entfernt, um den Bestand der Hecke zu sichern.


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