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16. Dezember 2017 | 12:17 Uhr

Im Wahlfieber

vom

svz.de von
erstellt am 24.Sep.2007 | 08:45 Uhr

In seiner Rede auf dem Labour-Parteitag hätte Gordon Brown andeuten können, dass Wahlen ins Haus stehen oder umgekehrt: dass er sie 2007 ausschließt. Natürlich verriet er nichts. Dabei hätte ein Nebensatz gereicht. Genau damit hat er erreicht, dass die fiebrige Stimmung weitergeht. Die Möglichkeit, dass Neuwahlen im Herbst stattfinden könnten, elektrisiert das Land. Der Grund, warum ein Urnengang überhaupt zur Debatte steht, ist ein erstaunlicher Umschlag in der Publikumsgunst. Labour hat wieder Oberwasser. Würde jetzt gewählt, könnte die Regierungspartei ihren Vorsprung auf mehr als hundert Mandate ausbauen.
Der Grund ist eindeutig: Gordon Brown. Er hat das Kunststück fertig gebracht, als Nachfolger Blairs sowohl Kontinuität wie Wandel zu verkörpern. Das Programm von New Labour geht weiter, einen Rückfall der Partei in sozialistische Fahrwasser halten 73 Prozent der Briten für ausgeschlossen. Gleichzeitig denkt aber auch eine Mehrheit, dass Brown für "ein wirkliches Gefühl der Erneuerung" gesorgt hat. Und das darf man dem neuen Stil des Premiers zuschreiben. Brown hätte also allen Grund, sich den Wählern als kompetenter Sachwalter für weitere fünf Jahre anzubieten. Ein Wahlsieg würde ihn mit der Autorität ausstatten, die er für seine Reformen benötigt. Doch der Premier weiß, dass man Urnengänge auch verlieren kann. Er wird sich seine Bedenkzeit nehmen. Das Wahlfieber geht weiter.

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