Führung durch 2370 Meter Akten : Im Blickfeld der Stasi

In der Stasi-Unterlagen-Behörde in Görslow lagern 2370 Meter Akten.
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In der Stasi-Unterlagen-Behörde in Görslow lagern 2370 Meter Akten.

In Görslow dürfen Besucher heute in das Archiv schauen und dabei auch Einzelschicksale kennen lernen

svz.de von
03. Dezember 2013, 19:43 Uhr

Zu einer Führung, die nicht nur tief in Archivbestände, sondern auch in die Geschichte der DDR und ihre Überwachungsmechanismen eintaucht, lädt die Außenstelle des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen heute nach Görslow ein. Die Veranstaltung beginnt um 15 Uhr, die Außenstelle befindet sich gleich am Ortseingang von Görslow.

Das Archiv verwaltet etwa 2370 Meter Akten der ehemaligen Bezirksverwaltung für Staatssicherheit Schwerin mit etwa einer dreiviertel Million Karteikarten. Diese geben unter anderem Auskunft über Kontrolle und Überwachung von Personen, die ins Blickfeld der Stasi gerieten. Bei einem Rundgang durch das Archiv erhalten die Besucher Informationen zur Struktur und zur Arbeitsweise der Staatssicherheit. Anhand von Beispielakten werden Personenschicksale vorgestellt. Hier können Gäste erfahren, wie die überlieferten Materialien aufbereitet werden und welche Möglichkeiten der Recherchen es heute noch gibt. Beratung sowie die Antragstellung auf Akteneinsicht sind ebenfalls möglich. Dazu müssten die Besucher aber ihren Personalausweis mitbringen. Bei Gruppen ab zehn Personen ist eine vorherige Anmeldung unter Telefon 03860-5030 oder unter der E-Mail-Adresse: astschwerin@ bstu.bund.de erforderlich. Die Gruppenführungen können nach Voranmeldung auch während der regulären Öffnungszeiten der Außenstelle realisiert werden. Der Eintritt ist frei.

In der Außenstelle ist es außerdem die Dauerausstellung „Licht aus am Demmlerplatz – Die Stasi und ihr Ende im Bezirk Schwerin“ zu sehen. Sie gibt Einblick in die Entstehung, Entwicklung, Arbeitsweise und das Ende des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS). Auf 28 Tafeln werden Fotos und Dokumente gezeigt. Ergänzt wird die Ausstellung durch Originalgegenstände des ehemaligen DDR-Geheimdienstes. Die einstige Bezirksverwaltung des MfS befand sich am Demmlerplatz in Schwerin. Einzelschicksale aus Schweriner Stasi-Akten machen die Vorgehensweise des MfS und die Folgen für den Einzelnen deutlich. Auf mehreren Ausstellungstafeln kann nachvollzogen werden wie eine Schweriner Familie beobachtet, ihre Post und Telefonate kontrolliert und sie schließlich verhaftet wurde. Die Ausstellung befindet sich im ersten Obergeschoss. Die Außenstelle in Görslow ist geöffnet jeweils montags bis freitags von 9 bis 20 Uhr, am Sonnabend und Sonntag von 11 bis 18 Uhr.

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