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Zeitung für die Landeshauptstadt

11. Dezember 2017 | 11:03 Uhr

Hohe Nachfrage : Im Alter barrierefrei wohnen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

SWG und WGS haben sich auf die Bedürfnisse von Senioren eingestellt – jeweils zehn Prozent des Bestandes sind umgebaut

von
erstellt am 25.Feb.2015 | 08:00 Uhr

Der Anteil der Senioren an der Schweriner Bevölkerung wächst – schon jetzt ist jeder dritter Einwohner in der Landeshauptstadt älter als 60 Jahre. Damit steigt auch der Bedarf an altersgerechtem Wohnraum. Die Schweriner Wohnungsbaugenossenschaft (SWG) und die Wohnungsgesellschaft Schwerin (WGS), die beiden größten Vermieter in der Stadt, haben sich auf die Situation eingestellt, einen Teil ihres Bestandes entsprechend umgebaut.

„Zehn Prozent unserer 9000 Wohnungen sind bereits altersgerecht“, sagt die Vorstandsvorsitzende der SWG, Margitta Schumann. Dabei gäbe es durchaus unterschiedliche Abstufungen. So biete die Genossenschaft beispielsweise in der Friesensstraße, am Buchenweg und in der Lise-Meitner-Straße in Zusammenarbeit mit der Arbeiterwohlfahrt ein so genanntes Betreutes Wohnen mit diversen Serviceleistungen an, erläutert Schumann. Insgesamt halte die SWG knapp 300 solcher Wohnungen vor, die bei Senioren begehrt seien. „Interessierte können sich auf eine Warteliste eintragen“, so die Vorstandsvorsitzende.

Barrierefrei seien darüber hinaus etwa 450 Wohnungen im SWG-Bestand, schildert Schumann. „In den Häusern gibt es Fahrstühle, die auf jeder Etage halten.“ Weitere rund 220 Wohnungen könnten als barrierereduziert eingestuft werden, ein Aufzug halte auf jeder zweiten Etage.

Aus wirtschaftlichen, aber auch aus bautechnischen Gründen sei es leider nicht möglich, alle SWG-Wohnungen seniorengerecht umzubauen, erklärt die Vorstandschefin. Bei Sanierungen und Bauvorhaben achte die Genossenschaft aber auf das Thema Barrierefreiheit. So entstehe etwa jetzt bei dem Rückbau in der Wuppertaler Straße 26-30 ein barrierefreies Erdgeschoss, berichtet Schumann. Barrierefrei werde auch der geplante Neubau an den Waisengärten mit 19 Wohnungen sein, speziell auf die Bedürfnisse von Rollstuhlfahrern sei das Parterre abgestellt.

Auch WGS-Geschäftsführer Thomas Köchig weiß um die Bedeutung altersgerechten Wohnraums. Zugleich räumt er ein: „Es gibt auf diesem Gebiet noch einen erheblichen Nachholbedarf.“ Gleichwohl könne auch die WGS bei etwa zehn Prozent ihrer mehr als 10 000 Wohnungen ein entsprechendes Angebot für Senioren machen: Gute Erreichbarkeit durch einen Fahrstuhl, ausreichend Bewegungsfreiheit für die Benutzung eines Rollators und möglichst ebenerdige Duschen seien wichtige Kriterien für eine altersgerechte Wohnung, so Köchig.

Freilich könne auch im WGS-Bestand nicht jede Wohnung umgerüstet werden. „Die Statik eines Hauses darf keinen Schaden nehmen“, betont der Geschäftsführer. Bei Modernisierungen habe die Wohnungsgesellschaft aber wie die SWG die Barrierefreiheit im Auge. So werde im Frühjahr bei einem Fünfgeschosser mit rund 30 Wohnungen in der Neubrandenburger Straße ein Fahrstuhl angebaut, kündigt Köchig an.

„Die Nachfrage von Senioren nach erschwinglichem Wohnraum für Ein- und Zwei-Personen-Haushalte ist groß“, berichtet der WGS-Chef. Er sieht im demografischen Faktor eine Chance für die Wohnungswirtschaft, wenn sie die Zeichen der Zeit erkenne. Ältere Mieter haben einen positiven, stabilisierenden Einfluss auf das Wohnumfeld, so Köchig.

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