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Schweriner Taxifahrer : „Ihr müsst auch nichts bezahlen“

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Zweideutige Angebote auf offener Straße: Schweriner Taxifahrer soll junge Frauen belästigt haben - Polizei rät zur Anzeige

von
erstellt am 13.Mai.2016 | 05:00 Uhr

Er soll so um die 60 sein, er geht nachts auf Tour, und er hat es offenbar auf junge Frauen abgesehen: „Wollt Ihr mitfahren? Ihr müsst auch nichts bezahlen…“ So oder ähnlich klingen die eindeutig zweideutigen Angebote, die ein Schweriner Taxifahrer seinen Wunsch-Kundinnen auf offener Straße machen soll. Bei der Polizei ist die Sache zwar noch nicht aktenkundig geworden, Sprecher Steffen Salow rät aber zur Vorsicht. Wer sich belästigt fühle, der solle Anzeige erstatten.

Auf der Goethestraße sei sie unterwegs gewesen, zwischen 1 und 2 Uhr, mit einer Freundin, erzählt eine 19-jährige Schwerinerin. „Plötzlich hielt ein Taxi am Straßenrand. Der Fahrer fragte, ob er uns mitnehmen solle. Als wir die Frage verneinten, sagte er, dass wir nichts zu bezahlen bräuchten.“ Schließlich sei der Mann mit den Worten „Ja, denn lauft mal weiter“ wieder losgefahren, habe dann aber gewendet und im Vorbeifahren noch gehupt. „Meiner Freundin und mir war ganz schön mulmig“, sagt die 19-Jährige im Gespräch mit unserer Zeitung.

Am nächsten Tag rief die Schwerinerin bei dem betreffenden Taxi-Betrieb an, schilderte den Vorfall – offenbar nicht den ersten. Wie könne es sein, dass so ein Fahrer immer noch Gäste befördern dürfe, fragt die 19-Jährige. Auf Facebook beschrieb sie, was ihr passiert ist. Und erhielt prompt Reaktionen von anderen jungen Frauen, die auch schon ähnliche Erfahrungen mit dem Taxifahrer gemacht haben.

So meldete sich eine 23-jährige Schwerinerin, deren jüngstes Erlebnis mit dem Taxifahrer ebenfalls noch gar nicht lange zurückliegt. „Der Mann ist bekannt für seine Anspielungen“, berichtet die 23-Jährige. Sie überlege nun, ob sie gemeinsam mit der 19-Jährigen zur Polizei gehen solle. Polizeisprecher Steffen Salow bestärkt die beiden Frauen und mögliche weitere Opfer, sich eine Belästigung nicht gefallen zu lassen und eine Anzeige zu machen. „Die betroffenen Frauen sollten sich die Umstände genau merken, sich Ort, Datum und Uhrzeit notieren“, erklärt Salow. So könne die Polizei einem Tatverdacht gezielt nachgehen.

Zu einer Anzeige rät im Falle eines Falles auch der Vorsitzende der Schweriner Taxi-Genossenschaft, Reinhart Willke. „Der geschilderte Sachverhalt ist uns aber nicht bekannt“, betont er. Zugleich stellt sich Willke schützend vor die Branche. „Wir vermitteln Aufträge an rund 250 Fahrer aus 35 Unternehmen“, so der Vorsitzende.

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