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Zeitung für die Landeshauptstadt

24. Oktober 2017 | 08:03 Uhr

Die Prinzessin : Ihr Märchen wurde wahr

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Banzkower Carnevalsprinzessin hat acht Jahre auf diese Amtszeit gewartet – Schlaf ist derzeit Nebensache

svz.de von
erstellt am 13.Feb.2015 | 16:00 Uhr

Ein Geheimnis fast drei Monate für sich zu behalten, war für Carolin Bergmann gar nicht so einfach. Doch die 27-Jährige hat es geschafft. Ihre Wahl zur Banzkower Karnevals-Prinzessin konnte sie erst jetzt richtig feiern. Erst zur ersten Veranstaltung – das war am vergangenen Wochenende – wird traditionell das Geheimnis gelüftet. Aber nicht erst seit Oktober ist die Mirowerin Feuer und Flamme für den Banzkower Karneval. Schon vor acht Jahren ist sie dem Banzkower Carnevalsverein (BCC) beigetreten und opfert gern viel Freizeit für das närrische Treiben in der Gemeinde. Carolin Bergmann tanzt seitdem nicht nur in der Garde. Auch auf der Bühne konnten die Karnevalsbesucher schon oft über ihre Sketche lachen und auch bestaunen, was sie mit den kleinen Funken einstudiert hat. Das Größte ist jetzt jedoch ihr Amt als Prinzessin. An der Seite von Prinz René Pommerenke. „Ich habe vor acht Jahren zu René gesagt, wenn er einmal Prinz ist, dann möchte ich seine Prinzessin sein. Und daran hat er sich gehalten“, sagt sie mit strahlenden Augen. Denn ihre Freude ist immer noch riesig. Wenngleich der „Antrag“ nicht ganz nach Bilderbuch verlief. „Er ist jetzt in Lüneburg und hat per WhatsApp eine etwas holprige Nachricht geschrieben“, erzählt sie und rollt mit den Augen. Denn erst nach dem Hinweis, dass sie ein Mädchen sei, das richtig gefragt werden möchte, kam die entsprechende Nachricht: „Liebe Carolin. (Ich knie jetzt vor dir) Möchtest du meine Karnevalsprinzessin sein?“ Und die Mirowerin musste nicht lange überleben. „Ich habe sofort ja gesagt und dann ging der Stress auch schon los. Alles vorbereiten, – vor allem geheim – das Kleid und Schmuck kaufen, die Frisur.“ Doch es sei schöner Stress, beschreibt sie das Gefühl, fast jede freie Minute für die Vorbereitungen zu opfern. Mit ihrer Freundin Babett Götz hat sie in Hamburg nach einem Kleid Ausschau gehalten. Sie ist auch ihre Leibfunke. Das Kleid hat sie letzten Endes im Internet bestellt. „Ich kann ja schlecht hier irgendwo ein Kleid besorgen. Denn alle Mädels, die für das Prinzessinnen -Amt in Frage kommen, stehen unter Beobachtung“, erklärt sie. Zum Kreis der Eingeweihten gehörten nur ganz wenige. „Mein Leibfunke und mein Freund Thomas Nehls wusste Bescheid, hat mich auch bei allem sehr unterstützt, obwohl er gar nicht so ein großer Karnevals-Typ ist“, sagt sie. Aber vor dem Rest der Familie konnte sie es geheim halten. „Sie haben es erst mitbekommen, als es offiziell war. Per Handy, denn sie sind am Sonnabend in den Urlaub gefahren“, erklärt sie.

Ihre Amtszeit ist trotz der wenigen offiziellen Auftritte sehr zeitintensiv. „Wir beginnen am Nachmittag und feiern bis in den Morgen. Dann bin ich auch froh, wenn ich die Schuhe ausziehen kann“, sagt sie und lacht. In ihren Adern fließt Narrenblut und so ist auch ihren Arbeitskollegen klar, dass die Sekretärin bei einer Krankenkasse in Schwerin, rund um die närrischen Tage in Banzkow Urlaub braucht. „Zwei Wochen frei opfere ich gern für den Karneval“, betont die Prinzessin. Aber eben nicht nur Zeit, sondern auch Geld hat sie investiert: Kleine Schokoladen, Anstecker, Orden und Sektflaschen mit dem Bild vom Prinzenpaar wurden mit viel Liebe zum Detail verschönert. „Mein Freund hat mich tatkräftig unterstützt, denn ich kann zwar den Prinz im Karneval mal ein Küsschen geben, aber Thomas ist eben mein König“, sagt Carolin Bergmann.

Der Schlaf wird in den nächsten Tagen zu kurz kommen: Gestern war sie mit einer Delegation in Köln. Heute Nachmittag ist Probe und abends geht es nach Sülstorf zum Karneval. Morgen folgt die zweite große Veranstaltung in Banzkow, Sonntag der Kinderkarneval und dann der Rosenmontags-Auftritt. Das Prinzessinnenkleid kommt dann am Aschermittwoch in den Schrank. Erst in acht Jahren – zur Prinzengala in Banzkow – wird sie es wieder tragen.

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