Schwerin: 13 Mitarbeiter müssen gehen : IHK-Bildungszentrum speckt ab

Bild aus alten Tagen, als am IHK-Bildungszentrum die Welt noch in Ordnung schien: An hochmodernen Maschinen wurden im Bereich der gewerblichen Verbundausbildung CNC-Techniker  herangebildet oder umgeschult. Archiv
Bild aus alten Tagen, als am IHK-Bildungszentrum die Welt noch in Ordnung schien: An hochmodernen Maschinen wurden im Bereich der gewerblichen Verbundausbildung CNC-Techniker herangebildet oder umgeschult. Archiv

Dicke Luft im Bildungszentrum der IHK: Nachdem im Frühjahr der langjährige Leiter Reimond Weding vorzeitig in Ruhestand geschickt und Evelyn Nadollek zur neuen Chefin berufen worden war, gehen die Veränderungen weiter.

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23. November 2012, 07:21 Uhr

Wüstmark | Dicke Luft im Bildungszentrum der Industrie- und Handelskammer zu Schwerin: Nachdem im Frühjahr der langjährige Leiter Reimond Weding vorzeitig in Ruhestand geschickt und Evelyn Nadollek zur neuen Chefin berufen worden war, gehen die Veränderungen jetzt weiter. Die Bildungseinrichtung speckt ab. Der gewerblich-technische Zweig der Berufsausbildung wird ausgegliedert und soll künftig von Kooperationspartnern übernommen werden. Elf in diesem Bereich bislang beschäftigte Mitarbeiter des Bildungszentrums haben bereits den "Blauen Brief" mit ihrer Kündigung bekommen, zwei weitere eine Änderungskündigung.

Hintergrund der Veränderungen sind nach Auskunft des Präsidenten der IHK, Hans Thon, der demografische Wandel und Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt. "Es sind einfach nicht mehr genug junge Leute da", fasst Thon zusammen. "Kurse mit nur noch sieben oder acht Teilnehmern statt 15 oder 20 sind wirtschaftlich nicht vertretbar." Um eine Insolvenz oder Schließung der Bildungseinrichtung zu vermeiden, seien Personaleinschnitte und Umstrukturierungen unumgänglich geworden. Zugleich sei durch Kooperationsvereinbarungen das Bildungsangebot für die Region gesichert worden, erklärt der IHK-Chef.

Natürlich sei es immer bitter, Kündigungen auszusprechen, fügt Nadollek hinzu. "Aber als Geschäftsführerin habe ich Sorge für die wirtschaftliche Bestandssicherung des Unternehmens zu tragen." Dazu gehören neben den strukturellen Umgestaltungen auch die Kooperationsvereinbarungen mit dem Bildungszentrum der Handwerkskammer und dem Schweriner Ausbildungszentrum SAZ. "Wir haben zwar den gewerblich-technischen Bereich abgegeben, doch im Gegenzug unseren kaufmännischen gestärkt", erläutert Nadollek. Außerdem würden in der Verbundausbildung die Lagerlogistik und die IT-Zweige verbleiben. "Wir konzentrieren uns auf unsere Hauptgeschäftsfelder Aufstiegsfortbildung, Existenzgründerberatung, Meisterakademie, Verbundausbildung und Berufsförderung in der Bundeswehr", sagt die Geschäftsführerin. So könne der Fortbestand des IHK-Bildungszentrums gesichert werden.

Was aber passiert mit den entlassenen Kollegen? Denen bleibt als Alternative zum Arbeitsamt die Umschulung im eigenen Unternehmen. "Sie dürfen unsere Lehrgänge nutzen, wenn sie sich in eine andere Richtung orientieren wollen", sagt Nadollek.

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