Ideen und Austausch

Konstantin Neven DuMont setzt auf crossmediale Strategien, aber verwurzelt in der Region.
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Konstantin Neven DuMont setzt auf crossmediale Strategien, aber verwurzelt in der Region.

Das Internet als Weg zum Leser vernachlässigen? Das wollen die Zeitungsmacher auf dem Journalistenkongress „Zeitung macht Zukunft“ nicht. Die rund 150 Experten diskutierten gestern intensiv: Wie werden sie in Zukunft neben einem gekonnten Auftritt im Netz den Lesern weiter eine fesselnde Tageszeitung ins Haus bringen. Denn, da waren sich fast alle aus der Branche einig: Ohne Gedrucktes geht es nicht.

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23. Januar 2009, 07:08 Uhr

Vorträge, Kurzreferate, Arbeitsgruppen zu Spezialthemen und natürlich unzählige Pausen-Gespräche auf den Fluren: Das Tagungshotel Crowne Plaza Schwerin vibrierte gestern vor Fachsimpelei und kreativem Austausch. Gesucht: die optimale Mischung aus Internet und Print insbesondere für Lokalredaktionen regionaler Zeitungen. Was fesselt das Interesse des Lesers?

Konstantin Neven DuMont, Geschäftsführer des Verlages M. DuMont Schauberg, der mit der Millionen-Übernahme der „Hamburger Morgenpost“ und des Berliner Verlages zuletzt für Schlagzeilen sorgte, berichtete von der Strategie seines Traditionshauses: „Wir möchten die Leute digital abholen, die man mit der Tageszeitung nicht mehr erreicht.“ Dennoch baue er grundsätzlich weiter auf die Tageszeitungen seines Hauses, was die 50-Millionen-Investition in eine wasserlose Druckmaschine am Kölner Standort bezeuge.

Ein gutes Stück sei man bereits mit den Lokalredakteuren ins Internet voranmarschiert, betonte Anton Sahlender, Vize-Chefredakteur der „Main-Post“. „Endlich bekommen wir ein direkte und ehrliche Rückmeldung von den Lesern“, sagt er. Der Online-Auftritt werde in die regelmäßige Blattkritik mit eingebunden. Personalabbau habe es im Verlag nicht gegeben. Noch nie habe man so viele Mitarbeiter beschäftigt.

Sahlender spricht von einem regelrechten „Wettbewerb zwischen den Lokalredaktionen.“
Stephan Sippel von der „Gießener Allgemeinen“ erläuterte, in seiner Redaktion habe man sich entschieden, nur eine Auswahl der Zeitungsartikel auf die Online-Seite zu stellen. „Denn die eigenen Online-Leser kommen vor allem aus der Leserschaft der gedruckten Zeitung“, so Sippel.

Dem schleichenden Leserrückgang blickt der stellvertretende Chefredakteur der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ gelassen entgegen. Letztlich werde man eine feste Stammleserschaft behalten. Und dennoch: „Jeder Redakteur arbeitet bei uns crossmedial“, beschreibt er die Vorgehensweise, nach der bei jedem Zeitungsartikel auch eine mögliche Internet-Version von Anfang an „mitgedacht werde“. Zu diesem Konzept gehörten Videodokumente aus den Lokalredaktionen, die „durchaus auch verwackelt“ daherkommen dürften. Wichtig sei der regionale Bezug zum Leser.

Der Chefredakteur des „Fränkischen Tages“ aus Bamberg, Armin Maus, zeigte sich überzeugt, dass „Befürchtungen, wonach Leser der Tageszeitung ins Internet abwandern, sich nicht bewahrheiten werden“. Es gebe im Gegenteil eine wechselseitige Befruchtung der Internet-Ausgabe und der auf Papier gedruckten Tageszeitung – ganz im Sinne des Kongressmottos „Print mal Online gleich Qualität hoch zwei“.

Konstantin DuMont: „Redaktionen müssen vor Ort sein, ganz dicht an den Menschen, die dort in dieser Region Leben.“

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