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Schweriner Gesichter : „Ich bin ein Stehaufmännchen“

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Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Drei Worte verändern das Leben von Gudrun Schoefer radikal – Diagnose: Multiple Sklerose

svz.de von
erstellt am 22.Jan.2017 | 16:00 Uhr

1989 – ein Jahr, das das Leben vieler auf den Kopf stellte. Auch das von Gudrun Schoefer. Doch nicht der Mauerfall hat das Leben des Mecklenburger Kindes auf drastische Weise verändert. Es ist die Diagnose, die die heute 60-Jährige in diesem Jahr erhielt: Multiple Sklerose (MS). Doch die studierte Betriebswirtin lässt sich von der Erkrankung des zentralen Nervensystems nicht unterkriegen. „Ich bin ein Stehaufmännchen“, sagt die gebürtige Boltenhagenerin im Gespräch unserer Zehn-Fragen Reihe mit Jacqueline Worch.

Wo ist Ihr Lieblingsplatz in Schwerin?

In Schwerin habe ich gar keinen – darf man das eigentlich sagen? Mein Lieblingsplatz ist mein Haus in Gneven.

Was würden Sie als Oberbürgermeister in Schwerin sofort ändern?

Ich würde mich dafür einsetzen, dass Schwerin barrierefreier wird. Dieser Bereich ist meiner Meinung nach ausbaufähig.

Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient und wofür haben Sie es ausgegeben?

Ich habe Blumen aus dem Garten meiner Eltern verkauft. Aber wofür ich das Geld dann ausgegeben habe, weiß ich absolut nicht mehr.

Was würden Sie gerne können?

Abschalten. Es fällt mir schwer, abschalten zu können, wenn ich in einem Thema richtig drin bin.

Wer ist Ihr persönlicher Held?

Meine persönliche Heldin ist seit 30 Jahren auf einen Rollstuhl angewiesen. Sie heißt Ellen und ich ziehe den Hut vor ihr. Sie fährt jedes Jahr nach Sri Lanka und betreut in der Zeit eine Schule. Obwohl sie auch MS hat, nimmt sie ihr Leben in die Hand und macht was draus.

Welches Buch lesen Sie gerade?

Ich lese momentan „Die Liebenden vom Place d'Arezzo“ von Eric-Emmanuel Schmitt. Das sind mehrere Geschichten, die verschiedene Formen der Liebe thematisieren und durch einen Brief miteinander verbunden sind.

Welche Fernsehsendung verpassen Sie nie?

Ich sehe gerne Krimis. Am liebsten englische, weil die nicht so blutig sind.

Wen würden Sie gerne mal treffen?

Meryl Streep. Nicht als verrückter Fan, aber ich glaube, dass sie eine tolle und starke Frau ist. Deswegen würde ich mich gerne mal mit ihr auf eine Tasse Kaffee treffen.

An welches Geschenk erinnern Sie sich noch gerne und von wem haben Sie es bekommen?

Meine Tochter. Dieses Geschenk habe ich mir zusammen mit meinem ersten Mann selbst gemacht.

Was werden Sie als Rentner machen?

Ich werde lesen, viel gärtnern, ehrenamtlich tätig sein und doch mal versuchen, abzuschalten.

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