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Zeitung für die Landeshauptstadt

19. Oktober 2017 | 16:49 Uhr

Bützow : Hungerstreik im Gefängnis

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Leitung: Forderung nicht nachvollziehbar / Häftling sorgte 1995 für Schlagzeilen

von
erstellt am 05.Feb.2015 | 20:45 Uhr

Aufregung in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Bützow: Ein rumänischer Häftling ist in den Hungerstreik getreten. „Ich fordere eine bessere medizinische Versorgung, ich bin krank“, sagte Surinel P. am Mittwochabend gegenüber unserer Redaktion am Telefon. Er benötige dringend Hilfe.

Die Anstaltsleitung bestätigte auf unsere Anfrage, dass Surinel P. am 26. Januar mitgeteilt hat, er befinde sich im Hungerstreik und werde jede Mahlzeit verweigern. Justizministerium und die zuständige Staatsanwaltschaft seien sofort informiert worden, sagte der Sprecher der JVA, Jens Kötz.

Die Forderung sei allerdings für die Anstaltsleitung nicht nachvollziehbar. Der Gefangene, der im April dieses Jahres seine Haftstrafe verbüßt haben wird, sei mehrfach verschiedenen Ärzten vorgestellt worden, sagte Jens Klötz. Seit dem 26. Januar werde er wegen des Hungerstreiks sogar täglich von einem Arzt untersucht. Am 2. Februar habe der Häftling zudem den Hungerstreik von sich aus abgebrochen, so der Anstaltssprecher.

Surinel P. ist kein Unbekannter. Bereits in den neunziger Jahren sorgte er für Schlagzeilen. Im August 1995 hätte er fast den damaligen Justizminister Rolf Eggert (SPD) zu Fall gebracht. Ihm war zusammen mit acht rumänischen Mithäftlingen eine spektakuläre Flucht aus der JVA-Bützow gelungen. Sie hatten die Gitterstäbe der Fenster zersägt und waren über die Gefängnismauer geklettert. Eine Woche zuvor waren vier Deutsche ebenfalls aus der Anstalt geflohen.

Das Schweriner Landgericht hatte den Rumänen zuvor wegen Schutzgelderpressung zu sechs Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Nach der Flucht wurde er von Zielfahndern des Landeskriminalamtes (LKA) in Griechenland aufgespürt und dort verhaftet. Nach der Überführung saß er zwei Drittel seiner Strafe wieder in Bützow ab und wurde danach nach Rumänien abgeschoben – mit einem Einreiseverbot nach Deutschland gültig bis 2022.

Im November 2013 griff ihn die Polizei in Bayern auf. Danach musste er wieder nach Bützow und den Rest seiner Haftstrafe absitzen.

 

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