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Zeitung für die Landeshauptstadt

20. Oktober 2017 | 09:11 Uhr

Protest : Hundorfer kämpfen um Nahverkehr

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Randschweriner sammeln Unterschriften für den Erhalt der guten Verbindung nach Schwerin

von
erstellt am 13.Okt.2015 | 16:00 Uhr

Im Dörfchen Hundorf brodelt es: Bislang ist es kein Problem, von hier ins nahe Schwerin zu fahren – mit dem Schweriner Nahverkehr. Dass es zum Jahreswechsel auch einen Wechsel des Busbetriebes geben soll, das erfuhren die Hundorfer erst aus der Schweriner Volkszeitung. Die Schweriner Busse würden nach jetzigem Stand der Dinge nur noch nach Wittenförden fahren. Zur Linie nach Pingelshagen gibt es noch Gespräche. Stadtbusse, die bislang nach Seehof, Lübstorf, Wiligrad sowie nach Raben Steinfeld, Pinnow, Godern, Görslow fahren, würden vor der Kreisgrenze wenden. Dort soll jeweils der kreiseigene Verkehrsbetrieb übernehmen (SVZ berichtete).

Die Hundorfer befürchten, dass es entgegen der Zusage aus der Kreisstadt Wismar zu Abstrichen am Nahverkehrsangebot kommen wird, wenn Nahbus diese Linie übernimmt. Bleibt es bei 16 Fahrten an einem Arbeitstag? Kommen Mütter mit Kinderwagen, Rentner mit Rollator und Rollstuhlfahrer problemlos in den Nahbus? Wird es teurer? Bislang zahlen die Hundorfer 2,80 Euro für ein Stundenticket und dürfen damit im gesamten Schweriner Stadtgebiet fahren. „Außerdem ist es ganz wichtig, dass wir an jeder Haltestelle in Schwerin ein- und aussteigen dürfen“, ergänzt Angret Almstädt. Denn Helios-Kliniken und Edeka-Markt liegen an der Busstrecke, die am Hauptbahnhof endet.

Die Hundorfer sammeln seit voriger Woche Unterschriften und fordern damit zugleich, das bisherige Angebot mit seinem kompletten Service aufrecht zu erhalten. Abgeben wollen die Bürger diese Liste bei ihrer Bürgermeisterin in Seehof, damit die Gemeinde das Thema Nahverkehr schnell auf die Tagesordnung setzt. „Aber eigentlich richtet sich das an den Landkreis, denn Nahverkehr ist ja Sache des Kreises“, betont Roswitha Grünthal. Die Gemeinde möge bitte eine Informationsveranstaltung auf die Beine stellen und dazu auch Verantwortliche von Nordwestkreis und Nahbus einladen. „Die Zeit drängt, denn der Jahreswechsel ist nah“, betont Hiltraut Wichmann.

Die Gemeindevertreter von Seehof haben dabei bislang nicht mehr Informationen als die Bürger. Und das geht auch den Lübstorfern und Pingelshagenern so. „Als der Nordwestkreis an die neue Nahverkehrsplanung ging, hieß es, das Angebot werde sich nicht verschlechtern“, bringt Iris Brincker, die Verwaltungschefin im Amt Lützow-Lübstorf in Erinnerung. Danach wurden die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden gebeten, die Verhandlungen abzuwarten. „Dort haben die drei Gemeinden betont, dass sie bereit sind, sich weiterhin an den Kosten zu beteiligen, damit das gute Nahverkehrsangebot und die Anbindung an Schwerin erhalten bleiben“, betont Brincker.

Bei Nahbus in Wismar sehen die Verantwortlichen noch Handlungsspielraum auf beiden Linien, die bislang der Schweriner Nahverkehr bedient. Geschäftsführer Jörg Lettau verweist ebenfalls auf laufende Gespräche.

 

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