Schade : Hundewiese blieb nur Idee

Wann geht es raus? Gerade im Haus gehaltene Hunde brauchen viel Auslauf und auch Orte, um ihr Geschäft zu verrichten.
Wann geht es raus? Gerade im Haus gehaltene Hunde brauchen viel Auslauf und auch Orte, um ihr Geschäft zu verrichten.

Crivitzer prüften Für und Wider und verwarf das Vorhaben. Peckateler haben mit Rundkurs gute Erfahrungen

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28. August 2015, 21:00 Uhr

Hin und her überlegt habe man, ob eine Hundewiese in Crivitz sinnvoll sei, erzählt Hans-Jürgen Heine. Der Crivitzer Stadtvertreter und Vorsitzender des Umweltausschusses ärgert sich, wenn im Stadtgebiet auf öffentlichen Plätzen Hundekot liegt. Andererseits müssen die Hundehalter auch die Möglichkeit haben, mit ihren Vierbeinern in aller Ruhe Gassi zu gehen, so Heine.

„Wir hatten uns damals eine kommunale Fläche in der Brüeler Straße ausgeguckt“, erzählt Heine, der in Gädebehn zu Hause ist. Letztlich habe man das Projekt fallen lassen, es nicht weiter verfolgt. Der Grund: „Wir haben mehr Nach- als Vorteile gesehen.“ So habe man sich zum Beispiel gefragt, ob ein Hundehalter, der beispielsweise in der Trammer Straße wohnt, tatsächlich mit seinem Wuffi ans andere Stadtende fährt und ihn dort laufen lässt. Das erschien nicht plausibel.

Hartmut Paulsen vom Amt Crivitz sieht das ähnlich. Rund um die Stadt gäbe es viele Wege außerhalb geschlossener Ortschaften, die nicht als Wanderstrecke ausgewiesen seien und von Einwohnern auch nicht so frequentiert würden. Diese würden sich durchaus zum Gassigehen eignen.

Seinerzeit habe man sich auch in anderen Orten umgehört, erläutert Heine. Zum Beispiel in Peckatel. Dort sei die Situation aber etwas anders. Dort gibt es am Dorfrand einen Rundkurs für Hundehalter, im Volksmund ist die Strecke zwischen Raben Steinfelder Weg und Sandberg auch als Hunderunde bekannt.

Dieser Hundeweg habe sich bewährt, sagt Hans Bauer. Er war seinerzeit Bürgermeister der Gemeinde Plate und hatte 2011 die Idee mit der Hunderunde. In Peckatel hatten Hundehaufen für Ärger gesorgt. Deshalb habe die Gemeinde handeln müssen und diese Hunderunde eingerichtet, begründet Bauer. Das sei eine praktikable Geschichte. Der Weg bot sich dafür regelrecht an. Hundebesitzer kommen so nicht in einen Konflikt. Sie können hier ihre Vierbeiner in der weiten Natur frei laufen lassen. Dort könne der Hundehaufen auch liegen bleiben. Macht Bello sein Geschäft am Wegesrand, sind die Tierfreunde angehalten, die Hinterlassenschaft in einem Tütchen aufzusammeln. Denn, so Bauer, die Wege und deren Ränder sollten schon sauber bleiben. Die vollen Tütchen können an der Wetterhütte, die auf halber Strecke steht, in einem Behälter entsorgt werden. Die komplette Hunderunde ist etwa ein Kilometer lang. Unterwegs laden rustikale Bänke zum Ausruhen nein. Der Hundedreck im Dorf habe merklich nachgelassen, meint Bauer. Auch unter den Haltern wird gegenseitig darauf geachtet, dass keine Hundehaufen an auffälligen Stellen liegen bleiben.

Eine Hundehalterin machte auch darauf aufmerksam, dass sie Hundesteuer zahle, das Geld aber nicht gezielt etwa für eine Hundewiese oder für Pflege und Sauberkeit von Grünanlagen eingesetzt werde. Die Hundesteuer fließt in den allgemeinen Steuertopf, erklärt Hans-Jürgen Heine. Das sei generell so.

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