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Zeitung für die Landeshauptstadt

20. Oktober 2017 | 12:57 Uhr

Bahlenhüschen : Hüter des Kohlenmeilers

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

In Bahlenhüschen schwelt wieder ein erdbedeckter Holzhaufen – und damit er nicht brennt, steht er ständig unter Beobachtung

svz.de von
erstellt am 19.Mai.2016 | 23:00 Uhr

Ein Waldkautz ruft, der Wind streicht durch die Baumwipfel und am klaren Nachthimmel stehen Sterne. Das hört sich nicht nur romantisch an, „es ist auch romantisch“, sagt Ronald Sandner. Die Natur, die hat es ihm angetan. Als er noch im Berufsleben stand, da war er Umweltpädagoge. Jetzt sitzt er in der Wald-Lewitz vor einem Kohlenmeiler und passt auf, dass der von Erde und Gras bedeckte Holzhaufen nur glimmt – und nicht brennt.

Meiler-Wache, ein halbes Dutzend Mitglieder des Vereins Forstscheune Bahlenhüschen macht seit einer Woche Früh-, Spät- oder Nachtschicht. Jeweils acht Stunden lang unterstützen sie das Köhlerpaar Birgitte und Hartmut Thienen, das den Meiler Anfang vergangener Woche professionell aufgebaut hat. Ronald Sandner und seine Mitstreiter haben tatkräftig mitgeholfen, dass der rund 2,30 Meter hohe Meiler entstehen konnte. Von der Forst kam das Holz. Mehr als 20 Festmeter. Das Buchenholz musste dann auf Maß geschnitten, das Nachfüllholz gespalten werden. Erde für den Holzhaufen wurde herangekarrt, Grasnarben auch. Der Wassertank musste her. Zu tun, um dieses alte Handwerk wieder aufleben zu lassen, gab es genug.

Am vergangenen Donnerstag wurde der Meiler angezündet. „Die ersten zwei, drei Tage, da muss besonders aufgepasst werden“, weiß der 63-jährige Sandner. Obacht, wenn aus zu großen Löchern im Meiler Rauch quillt. Dann, so Sandner, ist die Sauerstoffzufuhr zu groß. Dann könne es brennen. Schwelen müsse das Holz. Um letztlich Holzkohle gewinnen zu können, treibe die Hitze des glimmenden Holzes im Innern des Meilers alle flüssigen und organischen Bestandteile als Rauch aus dem Holz.

Rund eine Tonne frische Holzkohle soll am Ende übrig bleiben. Die soll dann am Sonntag, 22. Mai, ab 10 Uhr, beim fünften Köhlerfest nebst buntem Markttreiben an den Mann gebracht werden. Viel Interessantes über das Köhlerhandwerk gibt es für alle Besucher. Zu bestaunen sind außerdem Schnitzereien mit der Motorsäge, eine kombinierte Säge-Spaltmaschine, Handwerk am Spinnrad, Böttcherprodukte, Bücher und es darf gekostet werden: Früchte der Lewitz. Für das leibliche sei gesorgt, versicherten die Veranstalter.

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