zur Navigation springen

Schweriner Existenzgründer : Hüllenlos gegen die Plastik-Flut

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Gewinnerinnen des dritten Gründungswettbewerbs planen „Unverpackt“-Laden

von
erstellt am 30.Jun.2017 | 21:00 Uhr

Geneviève Braune wurde in Schwerin geboren, ging hier zur Schule, studierte dann in Potsdam. In Berlin lernte die 28-Jährige den ersten Unverpackt-Laden der Republik kennen und lieben. Dort gibt es Lebensmittel aus dem Zapfhahn, die in selbst mitgebrachte Beutel, Dosen oder Flaschen gefüllt werden. Eine Kampfansage an Plastikmüll und Verpackungswahn. Geneviève Braune kann sich so einen Laden auch in Schwerin gut vorstellen: „Das ist ein riesiger Trend, der jetzt erst anfängt.“ Ihre Freundin Annemarie Boeck ist für das Konzept ebenfalls Feuer und Flamme – ebenso wie die Jury des dritten Schweriner Gründungswettbewerbs. Sie sprach den beiden jungen Müttern für ihre Idee des Ladens „Freie Konsum Kultur – FKK“ den ersten Platz zu. Gestern wurden die Gewinner im Ludwig-Bölkow-Haus bekannt gegeben. Platz zwei ging an Janine Kurtz mit ihrem Geschäftskonzept „Black Cat Coffeeshop“. Die gebürtige Schwerinerin und Marketingfachfrau, die heute in Hannover bei einer Tochter der Deutschen Messe AG arbeitet, hat eine Leidenschaft für guten Kaffee, Cookies, Sandwiches, Shakes – und für ihre Heimat. „Vor allem das Wasser vermisse ich sehr“, sagt Janine Kurtz.

Das syrisch-mediterrane Restaurant „Layalina-Amasyna“ von Ziyan Atfeh und Aseel Al Fawal stufte die Jury als „besonders“ ein. Es soll ein Integrations-Ort mit Tanz, Gesang, Tradition sowie syrischer und mediterraner Küche werden. Ziyan Atfeh ist Italiener mit syrischen, russischen und französischen Wurzeln und Opernsänger. Er kam 2016 wegen der Schlossfestspiele nach Schwerin. Aseel Al Fawal ist gelernter Jurist. Der Syrer erreichte 2015 als Geflüchteter Westmecklenburg und arbeitet zurzeit als Integrationslotse in Schwerin.

Anders als bei den Wettbewerben 2013 und 2015 sind die Gewinner von der konkreten Existenzgründung aber einige Schritte entfernt. Geneviève Braune und Annemarie Boeck fehlt noch das Startkapital, rund 40 000 Euro. Das wollen sie nicht als Kredit aufnehmen, sondern über so genanntes Crowdfunding – Geldspenden von Privatpersonen – zusammenbekommen. Den Bedarf für einen Unverpackt-Laden haben die beiden mit einer Umfrage ermittelt. Ihr Wunsch-Geschäft sollte 50 bis 70 Quadratmeter groß sein, in der Busch-, Münz- oder Fischerstraße liegen.

Auch Janine Kurtz sucht noch einen Laden. Ihr Plan: „Ich möchte im Frühjahr 2018 eröffnen.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen