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Zeitung für die Landeshauptstadt

18. Dezember 2017 | 10:12 Uhr

Tourismus : Hostel wird „engelsgleich“

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

„Heintzes Töchter“ orientieren sich beruflich neu: Rucksack-Herberge bekommt ab 1. März neue Wirtin

svz.de von
erstellt am 09.Feb.2016 | 21:00 Uhr

Wer in den vergangenen Wochen im Schweriner Hostel „Heintzes Töchter“ ein Bett buchen wollte, der landete entweder vor verschlossenen Türen, auf einer abgeklemmten Telefonnummer oder einer Internetseite, die zwar existierte, aber nicht bedient wurde. Nach sechs Jahren Selbstständigkeit haben die beiden Schweriner Schwestern und Namensgeberinnen des Hostels im Herbst einen Schlussstrich unter dieses Lebenskapitel gezogen. „Sie wollen sich neu orientieren“, sagt Matthias Matthis, Eigentümer des Hauses in der Werderstraße 49. Doch internationales Flair und günstige Unterkunft für Rucksacktouristen soll es an dieser Stelle weiter geben. Bianka Pille heißt die neue Hostel-Wirtin in der Werderstraße. Die 41-Jährige will die Herberge am 1. März wieder eröffnen, unter dem neuen Namen „Engelsgleich“.

Bianka Pille lebt mit ihren zwei jüngsten Kindern zurzeit noch auf dem elterlichen Hof im Landkreis Vechta. Jeweils montags bis mittwochs ist sie in Schwerin und bereitet alles vor, um sich hier einen Lebenstraum zu erfüllen: „Schon seit 20 Jahren möchte ich so eine kleine Unterkunft leiten, am liebsten in Wassernähe“, sagt sie glücklich. „Es ist ein Geschenk von oben, dass das in Schwerin jetzt plötzlich geklappt hat.“ Seitdem sie 15 Jahre alt ist, kellnert sie, hilft in der Gastronomie oder später in den Hostels von Freunden in Berlin und Köln – mit wachsender Begeisterung. Ihr Broterwerb war bislang allerdings etwas ganz anderes: „Ich nähe Brautkleider“, sagt Bianka Pille lächelnd.

Erst im Dezember erfuhr sie von einem Freund per Telefon, dass ein neuer Betreiber fürs Schweriner Hostel gesucht wird. Bianka Pille schaute sich das Haus an und sagte sehr schnell zu. Das ist jetzt gut einen Monat her. „Wir hatten noch keine Zeit für Werbung und auch das Telefon wurde erst diese Woche angeschaltet“, erzählt die Niedersächsin. „Aber ich habe schon drei große Buchungen für den März – und zwar jeweils das ganze Haus.“ Als Unterkunft für die komplette Festgesellschaft nach Familienfeiern hat sich das Hostel in Schwerin einen Namen gemacht, mindestens ebenso wie für Kurzzeitgäste aus aller Welt. Ein Angebot, das Bianka Pille unbedingt aufrechterhalten will. In den wenigen Tagen, in denen sie bislang vor Ort war, hätten nämlich gleich mehrere Schweriner an die Hostel-Tür geklopft oder dort ihre Handy-Nummer gefunden und um Reservierungen gebeten. Die Folge: Bianka Pille ist nicht nur total begeistert von der Schönheit der Stadt, sondern auch von der Offenheit ihrer Bewohner, wie sie sagt. Dabei war sie selbst im Herbst 2015 zum allerersten Mal in Schwerin. Es war Liebe auf den ersten Blick. „Zu meinem guten Freund habe ich damals gesagt: Wenn ich in meinem Leben noch mal umziehen würde, dann hierher.“

Aufbrechen in eine neue Stadt, den Job wechseln, mit zwei Kindern noch mal von vorne anfangen – Bianka Pille freut sich drauf. Ein bisschen frische Farbe, neue Bettwäsche, neues Kücheninventar, mehr Angebote für Vegetarier und Veganer – mit wenig Veränderungen geht Bianka Pille im März an den Start. Schließlich sind „Heintzes Töchter“ gut gelaufen, die Touristenstadt Schwerin kann das Hostel offenbar gut gebrauchen. 37 Betten werden auch weiterhin vermietet in der Werderstraße 49. In der offenen Küche im Erdgeschoss ist Platz und Gelegenheit für gutes Essen und gute Gespräche. „Einen Fernseher gibt es nicht“, sagt Bianka Pille. „Die Gäste sollen sich lieber unterhalten und kennen lernen.“

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