Schwerin : Hortsituation entspannt

<strong>Der betreute Spaß am Nachmittag</strong> hat seinen Preis: Einige City-Hort-Gruppen weichen zur Weinertschule aus. Die meisten Eltern haben sich damit inzwischen arrangiert.<foto>Archiv</foto>
Der betreute Spaß am Nachmittag hat seinen Preis: Einige City-Hort-Gruppen weichen zur Weinertschule aus. Die meisten Eltern haben sich damit inzwischen arrangiert.Archiv

Der anstehende Ansturm auf die begehrten Hortplätze an Schweriner Schulen beunruhigte Eltern und Träger. Die Lage hat sich jetzt aber offenbar entspannt. Denn Eltern fragten weniger Plätze nach als erwartet.

svz.de von
13. Juli 2012, 10:13 Uhr

Schwerin | Der anstehende Ansturm auf die begehrten Hortplätze an Schweriner Schulen beunruhigte Eltern und Träger in diesem Frühjahr. Die Schülerzahlen steigen, vor allem in der Innenstadt drohte es eng zu werden, über einen Hort-Neubau in der City wurde öffentlich diskutiert. Kurz vor Schuljahresbeginn hat sich die Lage aber offenbar entspannt. "Im Gegensatz zu den vergangenen beiden Jahren erfolgte die Vergabe der Plätze dieses Mal völlig geräuschlos", sagt Sozialdezernent Dieter Niesen auf SVZ-Nachfrage. "So würde ich mir das immer wünschen." Mit etwa 500 neuen Hort-Anmeldungen habe man im Stadthaus vorab gerechnet, mit Stand 11. Juli seien aber insgesamt nur 430 Plätze nachgefragt worden. "Die Eltern haben die Plätze wunschgemäß bekommen", so Niesen.

Allerdings sei die so genannte Bedarfsprüfung - also die Frage, ob Eltern überhaupt einen Anspruch auf einen von Stadt und Land üppig bezuschussten Platz haben - dieses Mal nicht so "großzügig" verlaufen wie in der Vergangenheit. "Wir haben uns strikt an die Regularien der städtischen Satzung gehalten", sagt Niesen. In einigen wenigen Fällen habe die Stadt den Eltern einen Hortplatz versagt. Neben Berufstätigkeit von Mutter und Vater sei auch der soziale Hintergrund der Kinder bei der Vergabe berücksichtigt worden.

In einigen Horten in den äußeren Schweriner Stadtteilen gäbe es daraufhin jetzt tatsächlich freie Plätze, sagt Anke Preuß, Geschäftsführerin der Kita gGmbH. In der Innenstadt hingegen sei die Nachfrage wie gewohnt überbordend, aber noch zu befriedigen. In der Heineschule beispielsweise würden im kommenden Schuljahr mehr als 170 Hortkinder betreut. Der Cityhort an der Friedensschule ist mit fast 300 Kindern so stark ausgebucht, dass mehrere Gruppen nachmittags erneut die Räume in der benachbarten Weinertschule in Anspruch nehmen werden, so Preuß. Diese Regelung, die seit dem Schuljahr 2010/11 gilt, hatte in den vergangenen Sommern für viel Wirbel in der Elternschaft gesorgt. In der Stadtvertretung Ende Juni 2011 hatte die CDU/FDP-Fraktion sogar ein Disziplinarverfahren gegen den Sozialdezernenenten gefordert. Aktuell sei im Streit um den City-Hort allerdings Ruhe eingekehrt, erklärt Anke Preuß, deren Kita gGmbH den Hort betreibt. "Es wurden auch keine Kinder abgemeldet, wie es einige Eltern in der hitzigen Phase der Diskussion angekündigt hatten." Dass die Probleme mit dem Hort der Friedensschule damit auf alle Zeit vorbei sind, das glaubt sie aber nicht. "Im Schuljahr 2013/14 läuft die Vereinbarung mit der Weinertschule aus", sagt Preuß. "Die Schule braucht die vom City-Hort zurzeit genutzten Räume dann selbst. Dann müssen wir neu überlegen."

Sozialdezernent Niesen hat nach eigenen Angaben die Lage jederzeit im Blick. Aktuell sehe er keine "hinreichende Begründung eines Bedarfes", der z.B. einen Hort-Neubau in der Innenstadt rechtfertige. Das könne sich allerdings jederzeit ändern. "Gemeinsam mit den Trägern der Hortbetreuung schauen wir immer, was am besten zu tun ist."

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