zur Navigation springen
Zeitung für die Landeshauptstadt

18. Oktober 2017 | 22:36 Uhr

Horrorunfall trübt Weihnachtsfreude

vom

svz.de von
erstellt am 26.Dez.2011 | 06:23 Uhr

Ortkrug | "Das gehört zu den schlimmsten Sachen, die ich gesehen habe." Lübesses Wehrführer Dietmar Müller war einer der ersten Helfer, die am Sonntagabend kurz nach 21 Uhr an der Unfallstelle auf der B 106 eintrafen. Rückblick: Zwei "völlig zerfetzte" Pkw stehen auf der Bundesstraße nahe Ortkrug - ein Stück weiter, zirka 150 Meter, ein dritter in diesen Unfall verwickelte Wagen. In einem der Fahrzeuge sitzt ein 30-jähriger Mann, für den jede Hilfe zu spät kommt. Zwei Schwerverletzte und zwei Leichtverletzte sowie ein unverletztes siebenjähriges Kind können aus den anderen Fahrzeugen geborgen werden. Länger als fünf Stunden dauert der Rettungs- und Bergungseinsatz. So lange geht auf der B 106 nichts. Wie genau es zu dem Horrorunfall gekommen ist, kann die Polizei noch nicht mitteilen. Selbst die Dekra-Fachleute sind erschüttert. Vermutlich kam es bei einem missglückten Überholmanöver erst zu einer Kollision und dann zu dem Frontalzusammenstoß der beiden völlig zerstörten Pkw.

"Wir waren noch vor dem Notarzt am Unfallort", berichtet Wehrführer Müller. "Wir sind ja auch am dichtesten dran." Zu den dreizehn Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Lübesse kommen noch elf Kameraden aus Rastow sowie sechs von der Schweriner Berufsfeuerwehr hinzu. Die Profis übernehmen die Bergung des Leichnams aus dem Autowrack.

Die Lübesser Feuerwehrleute ziehen zu diesem Zeitpunkt bereits die Absicherung und setzen Ausleuchtung der lang gezogenen Unfallstelle - mit nagelneuer Technik. Denn Weihnachten war bis zur Alarmierung am ersten Feiertag für die 60 Lübesser Feuerwehrleute ein wahres Fest der Freude. Am 24. Dezember saß ein Teil der Kameraden im Gerätehaus zusammen, Bürgermeister Dr. Reinhold Kunze übergab den Schlüssel für das neue, rund 130 000 Euro teure Einsatzfahrzeug an Dietmar Müller. Erstmals verfügen die Lübesser Blauröcke über ein Tanklöschfahrzeug. 1000 Liter passen in den Tank, so dass der erste Löschangriff schneller erfolgen kann. Neu sind auch Notstromaggregat und Lichtmasten. Dass die bereits am Sonntag zum Einsatz kamen, konnte am Heiligen Abend noch niemand ahnen. "Darauf hätten wir gern verzichtet", sagt Dietmar Müller. "Aber beim Einsatz selbst hat alles geklappt."

Und bei dieser fachlichen Einschätzung allein blieb es nicht: Gestern kamen die Feuerwehrleute erneut zusammen, um über das Erlebte zu reden, die schlimmen Eindrücke aufzuarbeiten.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen