Filmprojekt über Groß Brütz und Pinnow : Hommage an den Landfilm

Dreharbeiten in Groß Brütz: Filmemacherin Carmen Blazejewski im Gespräch mit Sandra Jaap und Gesine Isbarn (v.l.), an der Kamera Andreas Höntsch – ihre Dokumentation wird aber frühestens im nächsten Jahr fertig.
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Dreharbeiten in Groß Brütz: Filmemacherin Carmen Blazejewski im Gespräch mit Sandra Jaap und Gesine Isbarn (v.l.), an der Kamera Andreas Höntsch – ihre Dokumentation wird aber frühestens im nächsten Jahr fertig.

Regisseurin Carmen Blazejewski bringt kulturelle Initiativen auf die Leinwand – darunter die Filmclubs aus Groß Brütz und Pinnow

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09. August 2016, 12:00 Uhr

Die Kirche von Groß Brütz und das Gemeindehaus von Pinnow sind zwei Orte, an denen der moderne Landfilm zu Hause ist. Bald tauchen sie selbst in einem Film auf: Die Filmemacher Carmen Blazejewski und Andreas Höntsch rücken mit ihrer aktuellen Arbeit „soziale Biotope“ in den Mittelpunkt.

„Film ab!“ heißt das Projekt, für das im Frühjahr die Dreharbeiten starteten. Bei den Groß Brützern vom Filmclub „Santa Cinema“ war das Künstlerpaar aus Neu Nantrow bei Wismar beim dritten Stummfilmabend mit Orgelbegleitung zu Gast. „Dass Pastorin Gesine Isbarn die Kirche für Kinovorführungen öffnet, auch zu nicht religiösen Themen, ist etwas Besonderes“, begründet Blazejewski die Auswahl dieses Drehortes.

Gut ein Jahr wird das Filmteam unterwegs sein, um Filmclubs und darüber hinausgehende kulturelle Initiativen auf dem Lande zu zeigen. Die alte Molkerei von Klütz, die Töpferei von Lenzen bei Sternberg, der Rothener Hof – auch das sind Treffpunkte, an denen das kulturelle Leben im Dorf stattfindet, der Austausch über Gott und die Welt.

Dass die lokalen Filmclubs in dieser Dokumentation eine wichtige Rolle einnehmen, hat gute Gründen. Filmvorführer Uwe Höppner und der gelbe Kinobus aus Güstrow dienen als Verknüpfung, verrät die Regisseurin. Und so kann dieser Film auch als eine Hommage an den alten Landfilm wirken, der im heutigen MV in der Nachkriegszeit eine wichtige Rolle spielte. „Davon ist viel erhalten geblieben“, freut sich Blazejewski. Aber nur durch die Bündelung der Kräfte ist es überhaupt noch möglich, Filmvorführungen auf dem Lande anzubieten. Die lokalen Initiativen bieten zudem Raum für den kulturellen Austausch zwischen allen Altersgruppen und Bevölkerungsschichten ihres Dorfes.

Zugleich sind das die Orte, an denen die freien Filmemacher von heute überhaupt noch eine Chance haben, ihre Filme einem Publikum zu präsentieren. Zum Beispiel Pinnow. Dort wird am Martinstag, also am 11.11., „Unterwegs nach Utopia“ zu sehen sein: eine Dokumentation von Carmen Blazejewski auf den Spuren des Mecklenburger Flugpioniers Gunther Plüschow. Die Regisseurin und ihr Mann werden an dem Abend vor Ort sein – auch mit der Kamera, um für das aktuelle Projekt zu drehen.

Bis ins nächste Frühjahr hinein werden weitere Aufnahmen gemacht. Und mindestens bis Ende 2017 braucht es Zeit und Mühe, um aus allem Material die neue Dokumentation zu machen, schätzt Blazejewski ein. „Zwischendurch müssen wir an unseren anderen Projekten arbeiten, auch um Geld zu verdienen“, betont die gebürtige Sächsin und Wahl-Mecklenburgerin.

Das neue Projekt ist dank der Unterstützung durch die Filmförderung MV und die Filmwerkstatt Kiel möglich.

>> Hier finden Sie weitere Informationen zum Filmprojekt.

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