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Zeitung für die Landeshauptstadt

18. Oktober 2017 | 18:36 Uhr

Schweriner Sportstätten : Homerun auf der Krösnitz

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Wo 1950 ein riesiges Volksstadion geplant war, wird heute Baseball gespielt

svz.de von
erstellt am 04.Aug.2017 | 08:00 Uhr

Fußball, Handball, Volleyball: In der Landeshauptstadt wird viel Sport getrieben und das oft sogar erfolgreich. Ob in der Palmberg-Arena, auf dem Lambrechtsgrund oder im Sportpark Lankow – überall springen, hüpfen, laufen große und kleine Schweriner. Doch die Stadt hat auch zahlreiche Sportstätten, die in Vergessenheit geraten oder mittlerweile für andere Veranstaltungen genutzt werden, wie das Stadion auf der Krösnitz.

Baseball in Schwerin – das klingt zunächst etwas ungewöhnlich, ist aber seit dem 6. Februar 2011 Realität. Mit den Schweriner Diamonds hat die Landeshauptstadt einen weiteren erfolgreichen Sportverein bekommen, der aktuell die Baseball-Liga Mecklenburg-Vorpommern anführt. Wer sich von der amerikanischen Sportart live überzeugen will, kann dies im Baseballpark der Schweriner Diamonds tun – auch besser bekannt als das Stadion auf der Krösnitz.

Am 15. April 1950 begannen die Bauarbeiten für ein Volksstadion in der heutigen Stadionstraße auf der Krösnitz. 23 000 Sitzplätze und 7000 Stehplätze sollten dort entstehen ebenso wie eine Tribüne mit 2000 Plätzen. Eine 400 Meter lange Aschenbahn, Sprung- und Wurfgruben, eine Rasenfläche – so sollte das neue Stadion in Schwerin aussehen. Es war eines von 30 Investitionsobjekten Mecklenburgs, schreibt Udo Brinker in der Chronik der Stadt Schwerin, und sollte sieben Millionen Deutsche Mark kosten.

Die Eröffnung der neuen Sportstätte war für den Tag der Aktivisten, den 13. Oktober 1951, geplant, ein Jahr später sollte die komplette Anlage fertig sein. Doch die Arbeiten kamen nur zögerlich voran, immerhin mussten 11 3000 Quadratmeter Erde bewegt werden – und das ohne Bagger oder andere technische Geräte. Ab Mai 1950 waren 60 Männer und 40 Frauen mit den Erdarbeiten beschäftigt. Eingeteilt in zwei Schichten mussten sie zunächst 18 000 Quadratmeter Mutterboden abtragen, per Hand.

Ein Jahr nach Baubeginn sollte mit der Errichtung der Tribüne und des Wirtschaftsgebäudes sowie der Planung der Zufahrtsstraße begonnen werden, doch das Geld wurde knapp und die Zeit ebenfalls. Kurz vor der eigentlichen Eröffnung mussten weitere 80000 Deutsche Mark für den Weiterbau in die Hand genommen werden und dennoch stoppten die Arbeiten im Sommer 1952. Das Projekt eines Volksstadions wurde zugunsten des neuen Sportstadions am Lambrechtsgrund aufgegeben – vorerst.
Denn im Laufe der Jahre wurde der Sportplatz doch noch fertiggestellt, so dass er jahrelang von Schwerinern Sportlern genutzt werden konnte. Bis 2010 der Sportentwicklungsplan fortgeschrieben wurde mit dem Bau eines Fußballzentrums in Lankow. Um dieses zu finanzieren, entschieden die Politiker der Stadt damals, drei Sportstätten zu streichen, um das Geld für deren Unterhaltung in die neue Sportanlage zu stecken. Dazu zählte auch der Platz auf der Krösnitz.

Zwei Jahre später existierte der Platz immer noch. „Wir wollen die Sportanlage gern umgestalten“, sagte Frank-Bodo Schulze vom Amt für Jugend, Schule und Sport gegenüber der SVZ damals. „Vereine für Baseball und Krocket suchen Flächen in Schwerin.“ Und so wurde der Wunsch der Schweriner Diamonds 2015 Wirklichkeit – Baseball auf der Krösnitz.


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