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Zeitung für die Landeshauptstadt

23. Oktober 2017 | 02:44 Uhr

Holthusen : Holthusener wollen mehr Mobilität

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Verein Landleben diskutiert über erste Ideen für ein Bürger-Auto – Anonyme Befragung soll Wünsche der Einwohner ermitteln

von
erstellt am 31.Aug.2017 | 05:00 Uhr

Ein leises Surren und schon rollt der schwarze Kleinwagen über den Rasen. „Setzt dich ruhig mal rein. Darum sind wir heute ja hier“, sagt Marianne Facklam zu Lothar Schröder und verweist auf das E-Auto neben ihr. Die Holthusener Bürgermeisterin hatte gemeinsam mit dem Team des Vereins Landleben zu einem Informationsabend auf den Schulbauernhof eingeladen. Vertreter der Gesellschaft für regionale Teilhabe und Klimaschutz (gtk) aus Schwerin haben Ideen für ein Bürger-Auto vorgestellt. „Ein Teil der Einwohner im ländlichen Raum habe Nöte, zum Arzt, zum Einkauf oder auch so in die Stadt zu kommen. Wir haben hier nur den Schülerbus, und das ist vielen zu unflexibel“, erklärt die Bürgermeisterin das Problem. Helfen könnte ein Verkehrsmittel, das über einen Verein betrieben werden könnte und den Bedürfnissen der älteren Bürger entspricht. Es ist eine erste Idee, die langsam vorangetrieben werden soll.

Um aber den genauen Bedarf zu ermitteln, hatte der Verein Landleben am Dienstagabend auf den Kinderbauernhof eingeladen. Gekommen waren aber nur Wenige. „Das ist ein bisschen schade, denn wir machen es schließlich für unsere Bürger. Und um zu wissen, was sie wollen, müssen sie das auch kundtun“, sagt Holger Maack, Vorsitzende des Holthusener Landleben-Vereins. Auch er ist überzeugt von der Idee, eine Erweiterung zum Schülerverkehr anzubieten. Wie das genau organisiert werden kann, hat er sich von Robert Seifert, Projektingenieur bei der gtk, erklären lassen. „Wir müssen schauen, welche Kurzstrecken-Ziele es gibt. Und wie viele Einwohner überhaupt ein derartiges Angebot nutzen würden“, betont Seifert. Es gebe spezielle Förderprogramme, die eine Art Bürger-Mobil unterstützen. „Dann muss man schauen, welche Art Fahrzeug in Frage kommt“, erklärt er weiter und verweist noch einmal auf die verschiedenen Elektro-Varianten. Dass das Modell Bürger-Auto oder -Bus funktionieren kann, beweise die Gemeinde Törpin im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte. „Dort haben die Bürger gute Erfahrungen gemacht und sich mittlerweile ein gutes Netz geschaffen“, erklärt Werner Gürthler.

Der Schweriner Rentner hat sich intensiv mit dem Projekt beschäftigt, viele solcher Aktionen bereits begleitet und will auch in Holthusen mit Rat und Tat zur Seite stehen. „Bevor wir aber Details klären, ist es ganz wichtig, zu wissen, was die Bürger der Gemeinde wollen“, sagt er.

Die Bürgermeisterin hat auch dafür eine Idee: „Es gibt den Jugendclub, vielleicht können wir ein Projekt entwickeln und die Einwohner direkt befragen“, wirft sie ein. Bei Terminen mit den Senioren in der kommenden Woche, will sie dafür die Werbetrommel rühren. „Wir können Fragebögen verteilen. Die werden dann anonym beantwortet“, schiebt sie hinterher. Werner Gürthler hat bereits seine Unterstützung angeboten. Auch Lothar Schröder will mit Bürgern reden. Die Idee vom Elektro-Auto gefällt ihm. „Der geht gut ab. Mir selbst ist so ein Wagen noch zu teuer, aber kein schlechter Ansatz“, meint der Holthusener.

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